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Wir denken an Japan

Die Tech-Sonar-Redaktion drückt den Menschen in Japan, von wo so viele tolle Gadgets kommen, in dieser Zeit ihr Mitgefühl aus. Die Nachrichtenlage nach dem Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami am 11. März, besonders bezüglich der Opferzahlen und der Störfalle in einigen Kernkraftwerken im Nordosten des Landes ist widersprüchlich und sehr beunruhigend. Bei dem Störfall in Fukushima von einem drohenden „neuen Tschernobyl“ zu sprechen, erscheint allerdings technisch betrachtet nicht angemessen. Unter All Things NuclearMargsatlarge und bei Scientific American sowie der Washington Post findet man relativ leicht verständliche englischsprachige Erklärungen zu den betroffenen Reaktortypen – und zu möglichen Konsequenzen der Störfälle. Hier gibt es eine fast schon launige deutschsprachige Zusammenfassung über die Wirkungsweise von Druck- und Siedewasserreaktoren. Auch im Twitterkanal @arclight bemüht sich ein Ingenieur mit Fachgebiet Risiko-Management in Nuklearanlagen, auf Fragen des besorgten Publikums zu antworten. Informationen direkt aus Japan bieten etwa die englische Ausgabe der Kyodo News, aber auch der Dienst Yokoso News, der derzeit einen Live-Kanal mit englischen Übersetzungen japanischer Meldungen bietet. Die Internationale Atomenergiebehörde veröffentlicht ebenfalls regelmäßige Updates über die aktuelle Situation.

Die ersten Geschäftemacher, die unter dem Hashtag #fukushima für Ökostrom werben gibt es natürlich auch schon, außerdem zirkuliert eine Karte, die unter dem Logo der Australian Radiation Services massiven nuklearen Fallout an der Westküste der USA vorhersagt. Diese Karte ist ein geschmackloser Hoax, es liegt nahe, dass sein Zweck darin liegt, Kalium-Jodid-Tabletten zu überhöhten Preisen zu verkaufen.

Angesichts der Zerstörungen, die vor allem Nordost-Japan getroffen haben, wird die Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft sowie privater Organisationen notwendig sein. Das Rote Kreuz sammelt bereits Spenden für Japan. Wer Nerd-to-Nerd-Spenden nach Japan vorzieht, kann sich mit dem Tokyo Hacker Space in Verbindung setzen. Dort wird es auch eine Liste für Sachspenden geben.

UPDATE: Der Physiker Kai Petzke erklärt sehr hier verständlich, was die jüngsten Entwicklungen an den Reaktoren bedeuten und welche Gesundheitsgefahren drohen können.

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