Wearable Technologies Conference: Sei mein Schild

Tech-Sonar hat gestern in München in Wearable Techlogies Conference besucht, die in München im Rahmen der Sportartikel-Messe Ispo stattgefunden hat. Thema der internationalen Konferenz waren Sensoren, die getragen oder gleich in der Kleidung eingenäht werden, und ihre Verwendung vor allem in Gesundheits-, Fitness-, Sicherheits- und E-Health-Projekten mit und ohne Smartphone. Unter den vielen interessanten Vorträgen blieb mir vor allem der von Johan Carlsson, Chief Executive Officer des schwedischen Start-ups Boomslang Instruments im Gedächtnis: Sein Unternehmen stellt nämlich Schicke GPS-Armbänder für Frauen her, die auf Knopfdruck eine Alarm-SMS mit den GPS-Koordinaten an drei frei wählbare „Shields“ verschickt. Ein (weiterer) Mobilfunkvertrag ist dazu nicht nötig, allerdings fällt eine monatliche Gebühr von knapp 11 Euro an. Dies „Basic“-Funktion hat in meinen Augen aber einen dicken Haken: Was, wenn die Shields gerade verhindert sind, etwa weil sie in der Sauna oder im Ausland sind, oder schlicht einen leeren Smartphone-Akku haben? Zudem frage ich mich, wie der Polizei erkläre, dass eine Freundin am anderen Ende Deutschlands gerade per Armband einen SMS-Alarm ausgelöst hat und möglicherweise Hilfe benötigt, während ich gerade im Zug durch die Funkloch-Tunnel hinter Kassel-Wilhelmshöhe donnere … Keine wirklich schöne Vorstellung.

Weil all diese Unwägbarkeit dazu führen, dass ein PFO-Bracelet zwar vielleicht das subjektive Sicherheitsgefühl verbessert, im Ernstfall aber möglicherweise nicht allzu hilfreich ist, bietet das Unternehmen in Schweden einen „Premium-Dienst an“: Für 249 SEK, umgerechnet gut 28 Euro im Monat, wird der Alarm an die rund um die Uhr besetzte Zentrale der globalen Sicherheitsfirma G4S geschickt. Die rufen sofort zurück, und sollte dann nicht per Passwort ein Fehlalarm bestätigt werden, macht sich eine Unit auf den Weg zu letzten übermittelten Position … Die schicken Armbänder wurden übrigens von bekannten Industriedesigner Jonas Ahnmé gestaltet und kosten knapp 200 Euro.

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