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Hands-on iPad Hüllen: Gimme Shelter, Teil 2

Apple hat inzwischen rund 67 Millionen iPads verkauft, wenn man alle drei Generationen zusammen nimmt. Kein Wunder also, dass das Zubehör an Taschen und Hüllen beinahe endlos ist – wer das Tablet nicht allein auf dem Sofa nutzt, wird es vor den Unbilden schützen wollen, die ihm in einer Tasche oder an einer scharfen Tischkante so zustoßen können.

Update: Zip it!

Der Tablet Zip Folder „Punch“ von Golla wendet sich eigentlich eher an freizeit-orientierte Nutzer – das lässige Jeans-Outfit der aufklappbaren Reißverschlußhülle passt eindeutig besser in die Bade- als die Business-Tasche. Dass es bei mir trotzdem mit auf die Geschäftsreise nach London durfte, hat einen einfachen Grund: das leicht gepolsterte Folio-Case hat so viel Spiel, dass auch das Alu-Schutzcover General Keys ISC-288 noch sauber Platz fand. Auch ansonsten schlug sich „Punch“ sehr wacker unterwegs: die Halterung ist wie das gesamte Innenfutter aus weichem, lederähnlichem Material und hält ein iPad jeder Generation sauber fest, in der Stecktasche am Deckel lassen sich beispielsweise die Flugtickets unterbringen. Der rückseitige Ständer hält das Tablet auch bei leichteren Turbulenzen sicher in der „Fernseh“-Position auf dem Flugzeugtischchen, und dank des kleinen Henkels kann man das Teil auch bequem in der Hand zum Gate tragen. Zwei kleine Nachteile hat das Teil allerdings: wer mit dem iPad fotografieren will, muss es herausnehmen – ein Kameraloch auf der Rückseite der Hülle fehlt. Außerdem arbeitet der Zip Folder nicht mit dem Schlaf/Aufwach-Magnetmechanismus des iPads. Ansonsten sind die Anschlüsse des iPads natürlich berücksichtigt, zum Laden kann es also im Zip-Folder verbleiben. Das dürfte für Tablets anderer Hersteller nicht unbedingt zutreffen, aber immerhin sollte die Tasche nicht nur für das iPad, sondern etwa auch für Samsung Galaxy-10-Zoll-Geräte passend sein. Listenpreis ca. 50 Euro.

Jetzt aber mal im Ernst!

Die Folio-Hülle Booqpad von Booq Europe zielt klar auf den Einsatz des iPads im beruflichen Umfeld, denn sie kombiniert einen DIN-A 4 Blanko-Block mit dem Tablet. Auch für Schule oder Uni ist die Mappe sehr gut vorstellbar, denn anstatt des mitgelieferten Blocks ließe sich auch ein Livescribe-Pad einlegen. Dazu müsste man allerdings ein bisschen an der Karton-Rückwand des Spiralblocks rumschnitzen. Die Stiftschlaufe fasst jedenfalls meinen Echo Pen klaglos. Allerdings wäre diese Lösung nur noch für Rechtshänder zu nutzen, im „Originalzustand“ lässt sich das Booqpad einfach umdrehen, die Öffnungen für das Ladekabel sind in jeder Richtung vorhanden. Das Pooqpad lässt sich für alle iPad-Generationen (und eventuell auch andere Tablets mit ähnlichen Maßen) einsetzen, allerdings fehlt ein Loch für die Kamera der iPad-Modelle 2 und 2012 (neu). Unterhalb des Blocks lassen sich zusätzlich ein paar Zettel, Tickets oder (Visiten)Karten einschieben, die robuste Außenhülle aus Kunstleder und das weiche, samtartige Innere schützen das das Tablet zuverlässig. Wenn man das Teil aufgeklappt auf eine eben Fläche legt, lässt es sich als kleines iPad-Pult nutzen, für Präsentationen horizontal aufstellen klappt mit dem Booqpad allerdings leider nicht.  Ca. 60 Euro.

Tippen statt touchen

Im Prinzip eignet sich das iPad als Netbook-Ersatz – allerdings nicht, wenn man damit auch mal längere Texte verfassen möchte. Dann nämlich wird das Schreiben auf der Touchscreen doch schnell ermüdend. Mit dem Alu-Schutzcover General Keys ISC-288 erhält ein iPad 2/3 nicht nur einen Schutz für das empfindliche Glas, sondern auch eine komplette QWERTZ-Tastatur. Die lässt sich per Bluetooth ganz problemlos und innerhalb von Sekunden mit dem iPad koppeln, als Ständer fungiert eine kleine Rille am oberen Ende der Tastatur. Anders als bei einem Netbook ist der Winkel das „iPad-Bildschirms“ so allerdings nicht anpassbar. Die Tastatur funktioniert dagegen erstaunlich gut, vom Design erinnert sie an ältere Macbooks. Beim Schreiben war keine nervige Verzögerung zu spüren, der Druckpunkt könnte deutlicher sein, war aber deutlich angenehmer zu spüren als bei manchen „Gummi-Tastaturen“ für das iPad. Gelegentlich kam es zum „Verschlucken“ von Buchstaben, was mir allerdings auf der Original-Mac-Tastatur auch öfters passiert und an meiner schlampigen Tipperei liegen könnte. An einer kurz festhängenden „a“-Taste fühle ich mich dagegen unschuldig, der Fehler trat allerdings nur einmal auf. Insgesamt gefiel mit das Schutzcover deutlich besser als viele Tastaturlösungen mit Folio-Mappe, schon weil die Gesamtkonstruktion deutlich schmäler und leichter ist. Der Lithium-Polymer-Akku wird per USB geladen und soll bis zu 55 Stunden Laufzeit bieten. Ca. 50 Euro, über Pearl.

Handy-Kondom für das Tablet

Für teure Smartphones ist ein „Handy-Kondom“ schon fast Standard, warum damit nicht auch die Empfindliche Metallrückseite des iPads schützen? Das Solo Smart Case von iSkin fügt sich passgenau an den Rücken des Geräts und lässt alle wichtigen Anschlüsse frei, sie lässt sich dabei ohne Probleme aufziehen. Für den Schutz der Vorderseite ist ein Apple Smart Cover vorgesehen, entsprechende seitliche Aussparungen sollen für sicheren Halt der Magnetanschlüsse sorgen. Die Konstruktion lässt sich mit einer kleinen Metallschiene sichern, so dass das Smart Solo, Smart Cover und iPad so innig miteinander verbunden sind, dass man letzteres sogar am Smart Cover halten kann. (nicht dass wir das ausprobieren wollten, irgendwie ist mir mein iPad schon zu sehr ans Herz gewachsen …) Hier gibt es jedenfalls ein schönes Video des Herstellers davon. Man kann die Hülle jedoch auch ohne Smart Cover verwenden, dafür liegt eine kleine Plastik-Leiste bei, mit der man die Ausparungen abdecken kann. Auch der Dock-Connector- und der Kopfhörer-Anschluß sind durch kleine Laschen vor Staub und Dreck geschützt, das ist vor allem Praktisch, wenn man das Gerät öfter mal in Taschen transportiert. In den Kunststoff des Solo Smart ist außerdem Microban eingebettet. Dies soll das Wachstum von schädlichen Mikroorganismen, Bakterien oder Pilzen verhindert. Solo Smart gibt es in vier Farben, ja c. 50 Euro. Im Fachhandel, über Soular.

Understatement ist angesagt

Die Booq Folio-Mappe für das iPad 2/3 wendet sich an Leute, die das iPad auch im Geschäftsleben einsetzen – oder unprätenziösen Designer-Chic mögen. Denn auf den ersten Blick wirkt die Mappe mit einem Obermaterial aus strukturiertem Jute-Gewebe, einer Naturfase, eher unauffällig. (Na gut, bis auf die pinke Variante …) Bei näherer Betrachtung überzeugen jedoch schicke Details: So lässt sich der Deckel ähnlich wie ein Apple Smart Cover als Stütze zum horizontalen Aufstellen nutzen. Dank Magnetpunkten wird das iPad „geweckt“, wenn man den Deckel hebt, wenn er geschlossen wird, legt sich das Tablet schlafen. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn man die entsprechende Funktion auf dem iPad auch aktiviert hat (Einstelllungen → Allgemein → iPad-Hülle verriegeln/entriegeln.) Die Mappe ist sehr schmal und leicht, sie bietet Ausssparungen für alle Anschlüsse des iPads inklusive der Rückkamera. Ca. 50 Euro, in vier Farbstellungen.