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Hands-on Touchlet X5 – der Reisebegleiter

Wer in den Urlaub fährt, nimmt gerne seinen Laptop oder Tablet mit – schließlich will man auch unterwegs wissen, was sich in der Heimat so tut, und mit den Lieben zuhause oder in aller Welt in Verbindung bleiben. Dummerweise droht den wertvollen Geräten unterwegs einiges an Unbill – von der Überhitzung im geparkten Auto über unsanfte Behandlung im Fluggepäck bis hin zu Langfingern. Ein spezielles „Urlaubs-Gadget“ kann da eine Lösung sein. Allerdings sollte es die Reisekasse nicht übermäßig belasten, ein aktueller Laptop, aber auch die meisten Tablets scheiden daher aus. Pearl bietet mit dem Touchlet X5 allerdings einen Siebenzöller für unter 100 Euro an. Und weil auch bei uns so langsam der Sommerurlaub ansteht, habe ich mir das Gerät mal angesehen und es speziell auf seine Eignung als Reisebegleiter abgeklopft.

Wir lernen uns kennen

Das Touchlet X5 ist mit 191 x 116 x 11 mm Größe und gut 300 Gramm Gewicht prima handgepäckstauglich – schon eine Stulle und eine Tafel Schokolade wiegen mehr. Der kapazitive Bildschirm mit Glaspanel und 800 x 480 Pixeln Auflösung hat das Format 16:9, also ideal für Filme. Dank Flash 11 sollen sich auch Videostreams ohne Probleme anzeigen lassen, da W-LAN bis zu einer Geschwindigkeit von 150 MBit unterstützt wird, sollte da, ein entsprechendes Netzwerk und eine flotte Gegenseite vorausgesetzt, auch nichts ruckeln. Ein 1 GHz Cortex A8-Prozessor sorgt für Power unter dem (zugegebenermaßen nicht besonders hochwertige wirkenden, doch überraschend stabilen) Gehäuse. Auf Bluetooth muss man angesichts des günstigen Preises allerdings ebenso verzichten wie GPS. Das bedeutet zwar, dass sich das Touchlet X5 nicht Aushilfs-Navi einsetzen lässt. In der Praxis dürfte das im Urlaub kaum ins Gewicht fallen: Wer mit dem Auto unterwegs ist, dürfte sich ohnehin ein „echtes“ Navi gönnen, schon um die immer noch saftigen Kosten beim Data-Roaming zu vermeiden, wenn man auf Google Maps setzt. (Pearl bietet mit dem Touchlet X7G übrigens auch ein Android 2.3-Modell mit 7’’-Bildschirm und GPS für knapp 140 Euro an.) Eben wegen des Daten-Roamings stört mich auch das fehlende Telefonmodul nicht. Wer das Teil trotzdem ins mobile Internet klemmen will, soll das lt. Pearl etwa mit einem Fonic-Surfstick tun können. Da das Touchlet X5 allerdings einen Micro- und keine Fullsize-USB-Schnittstelle verfügt, benötigt man dafür im Zweifelsfall erst mal noch einen Adapter. Mir ist das zu umständlich, deshalb habe ich das Teil nur im W-LAN bzw. im Hotspot-Modus meines Android-Smartphones ausprobiert. Das Touchlet läuft bereits unter Android 4.0, deshalb ist die Micro-USB-Schnittstelle des Touchlet X5 ist mit einer Host-Funktion ausgestattet, man kann also (wieder mit Adapter) auch einen Flashspeicher anschließen. Alternativ lässt sich der mit 512 MB nicht eben üppig bemessene Speicher mit einer Micro-SD-Karte auf bis zu 32 GB aufrüsten.

Packen für den Urlaub

Die Android-4.0-Oberfläche ist, soweit ich das beurteilen kann, ohne irgendwelche Add-ons „plain Google“. Und das bedeutet: Nüchtern. Ziemlich nüchtern. Da muss einen nun nicht unbedingt stören, bedeutet aber, dass man sich ein paar Dinge installieren sollte, wenn das Teil zu einem angenehmen Reisbegleiter werden soll. Einen Google-Account (auf dem man sich auch gleich für die Dauer der Reise alle Mails forwarden lassen kann) ist schnell eingerichtet. Die Microsoft-Exchange-Anbindung bringt Android 4.0 mit, wenn der Administrator es will (meiner wollte nicht), kann man sich also auch Firmen-Mails, den Kalender, Aufgaben und Besprechungseinladungen in den Urlaub nachschicken lassen. Wer der Google-Version einer Microsoft-Exchange-Anbindung nicht so ganz traut, kann sich mit Nitrodesk Touchdown auch eine ziemlich zuverlässige Profi-Variante installieren. Die kostet zwar rund 18 Euro, die 30-tägige Demo-Variante dürfte allerdings für die meisten Urlauber ausreichend sein.

Ich brauche für den Urlaub noch den Kindle Reader für Android, das eine oder andere Spiel, und natürlich Musik. Mit Double Twist lassen sich iTunes-Playlisten und sogar Videos von meinem Mac ohne Probleme und (kostenpflichtig) sogar über W-LAN auf Android-Tablets und Smartphones übertragen. Dazu sollte natürlich eine möglichst große Micro-SD-Karte in das Touchlet X5 eingelegt sein. PC-Nutzer können sich „händisch“ über die SD-Karte behelfen oder stattdessen Tunesync ausprobieren. Über den Mini-HDMI-Stecker (und gegebenenfalls einen Adapter …) sollten sich Videos sogar vom Tablet auf einen halbwegs modernen Hotel-Fernseher übertragen lassen, so dass man sich eine paar Filme für Regentage „einpacken“ kann.

Ich persönlich finde dann noch Touchnote gut, weil man sich mit dem Dienst die Sache nach Postkarten und Briefmarken spart: Einfach mit dem Smartphone oder Tablet ein Foto machen, auf den Server schicken, adressieren, und innerhalb weniger Tage wird der Urlaubsgruß als Postkarte ausgeliefert, und das deutlich günstiger als selbst eine „konventionelle“ Inlands-Post. Beim Touchlet X5 gibt es allerdings keine Rückenkamera, und die Frontkamera mit drei Megapixeln Auflösung ist eindeutig nur für Videochats gedacht. Wer in die Kompaktkamera eine Micro-SD-Karte-Karte, ggf. mit Adapter einlegen kann, kann es allerdings über einen Umweg doch probieren: Mit einem Dateimanager wie etwa Astro kann man dann auf die auf der SD-Karte gespeicherten Kamerafotos zugreifen. Bei meiner Canon Ixus hat es jedenfalls funktioniert, ob das auch bei anderen Herstellern der Fall ist, konnte ich nicht nachprüfen.

Fazit

Damit dürften auf dem Touchlet X5 als Aushilfs-Kommunikationszentrale eigentlich so ziemlich alles, was man für den Urlaub braucht, installiert sein. Der Akku bietet eine Kapazität von 3.000 mAh, was eigentlich eine ziemlich lange Laufzeit garantieren sollte – rechenintensive Spiele scheinen dem Teil aber trotzdem relativ schnell den Garaus aus machen. Nach zwei Stunden „Cut The Rope“ war mein Akku jedenfalls schon merklich zusammengeschmolzen. Das proprietäre Ladegerät müsste also auf alle Fälle mit in die Ferien. Wer dann doch einen Computer mitnimmt, kann das Gerät auch über das mitgelieferte USB-Kabel laden. (Aber dann ist die ganze Aktion mit einem Urlaubs-Gadget wahrscheinlich wieder hinfällig, außer man braucht noch ein Zweitgerät unterwegs.) Mir gefällt der Touchlet X5 als günstiges und verhältnismäßig sicheres Urlaubsgerät sehr gut. Wer speziell auf Sicherheit bedacht ist, den freut übrigens sicher die vorinstallierte G-Data Security App. Für jeden Tag wäre mir das Teil vielleicht auf die Dauer doch etwas zu spröde, und der Unterschied zu meinem 5’’-Smartphone nicht groß genug. Wer mit seinen Handy ohnehin nur telefoniert, und nur gelegentlich unterwegs mailen und surfen will, für den ist das Touchlet X5 aber natürlich auch eine, sogar gerade noch jackentaschentaugliche Alternative zum teuren Smartphone. Und von dem gesparten Geld unter Umständen noch der eine oder andere Tag Urlaub mehr drin.