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IFA 2012: Android-Smartphones dominieren

Steve Jobs wollte Android-Plattform „vernichten“ und Apple nahm sich deshalb Samsung vor. Allerdings bringen derzeit so viele Unternehmen neue Smartphones auf den Markt, dass sich der Versuch sie alle (in einer zumindest für rechtliche Laien reichlich dubios wirkenden Art und Weise) verbieten zu lassen, zum fatalen Kampf mit einer Hydra entwickeln könnte.

Auf der IFA, die noch bis zum 5. September läuft, wurden so viele neue Geräte auf der Basis von Android 4.0 bzw. 4.1 gezeigt, dass man bei Apple alle Hände voll zu tun haben dürfte, wenn man alle Hersteller verklagen wollte. Hoffentlich bleibt da dann noch Geld in der Kasse übrig, damit aus Cupertino außer Kriegsgeheul auch mal wieder innovative Geräte auf den Markt kommen. Beim inzwischen marktführenden Betriebssystem gab es in Berlin jedenfalls eine ganze Reihe potenzieller „iPhone-Killer“, allen voran natürlich das lang erwartete Galaxy Note 2 von Samsung. Übrigens will auch LG nun seinen Smartphone/Handy-Zwitter Optimus Vu nach Europa bringen. Aus dem Hause LG gab es auf der Messe aber noch ein bisschen mehr zu sehen: das High-End-Modell Optimus G glänzt mit 1,5 GHz schnellem SnapdragonS4 Pro Quad-Core-Prozessor, 4,7 Zoll-Display und LTE. Ein spezieller 2.100 mAh-Akku soll eine besonders lange Laufzeit garantieren und zudem selbst eine wesentlich längere Lebensdauer bieten. Die Kamera zeichnet mit bis zu 13 Megapixeln auf lässt sich per Sprachbefehl steuern. Wann und zu welchem Preis das „Geschoss“ von einem Smartphone auf den Markt kommt, wurde allerdings noch nicht mitgeteilt. Das Modell Optimus L9 (Bild) ist von den Leistungsdaten nicht ganz so spektakulär, sticht aber dank das nur 9,1 mm starken Gehäuses und des schicken Designs heraus. Der Bildschirm misst 4,7 Zoll, als Extras wurden etwa der QTranslator eingebaut, der ganze Sätze und Ausdrücke aus 44 Fremdsprachen in 64 Nutzersprachen übersetzen soll. Auch hier gibt es noch keine Infos zu Starttermin und Preis.

Auch HTC zeigte nun doch noch ein neues Smartphone: Das Desire X knüpft an das Design der erfolgreichen Desire-Reihe an, das Vier-Zoll-Modell mit Snapdragon S4-Dualcore-Prozessor wendet sich aber vor allem an Menschen, die mit ihren Handy öfter Fotos machen: Dank eines HTC-eigenen Image-Chips soll die 5-Megapixel-Kamera mit 2.0-Blende und 28 mm Weitwinkel-Linse auch bei schwierigen Lichtverhältnissen gute Fotos ermöglichen. BSI-Sensor, HDR-Modus und ein Blitz, der sich automatisch einstellt sind ebenso eingebaut wie eine „VideoPic“-Funktion, die Videos und Bilder gleichzeitig aufnimmt. Auch an die Musikfans wurde gedacht: Das Gerät unter ICS mit der HTC-eigenen Oberfläche „Sense“ ist mit Beats Audio ausgestattet. Das Desire X soll demnächst zu haben sein und ohne Vertrag knapp 300 Euro kosten.

Von Huawei kommt gleich eine ganze Batterie neuer Android-Smartphones: das Einsteigermodell Ascend Y201 pro (Bild) soll ohne Vertrag nur knapp 130 Euro kosten, bringt aber ICS und einen Akku für fünf Stunden Sprechdauer und 500 Stunden Standby mit. Die G-Serie mit den Modellen Ascend G 330 und 660 zielt auf das mittlere Segment: Die Geräte sind mit einem 1GHz- bzw. einem 1,2 GHz Dual-Core Prozessor ausgestattet. Das kleinere Modell bringt einen Vier-, das Ascend G 660 einen 4,5-Zoll-Bildschirm mit, die Preise liegen bei knapp 200 bzw. knapp 300 Euro. Auch das Spitzenmodell Ascend D1 Quad XL hat ein 4,5-Zoll-Display, dank 330 PPI Auflösung soll der aber besonders knackig wirken. Es bringt eine 8 Megapixel Kamera mit zweifachem LED-Blitz sowie eine 1,3 Megapixel Frontkamera für Videotelefonie mit, alles verpackt in nur 64,9 mm x 11,5 mm. Für das Ascend D1 Quad XL muss mit knapp 500 Euro gerechnet werden.

Fazit:

Die Android-Plattform bietet inzwischen für jeden etwas: Wer für ein Smartphone nicht den Preis eines Mittelklasse-Laptops hinblättern möchte/kann, findet günstige Einsteiger-Geräte, Speed-Freaks werden ebenso fündig wie Foto-Fans. Für alle, die gerne mit der Hand schreiben oder gelegentlich Skizzen oder Aufmaße digital erstellen wollen, sind die neuen Modelle mit Stiftbedienung höchst interessant: „Einheitsgröße für alle“ hat ausgedient, vielleicht sogar demnächst auch bei Apple.