Inhaltverzeichnis

Lenovo Ideapad Yoga 11S vs. iPad: Kampf um den Business-Tablet-Thron

Das iPad hat die Kategorie „Tablet“ definiert – doch die neuen Convertibles unter Windows 8 machen sich daran, das Tablet nicht nur für den Konsum von Inhalten, sondern auch für deren Produktion fit zu machen. Das 11-Zoll-Gerät Lenovo Ideapad Yoga 11S ist einer der prominentesten Vertreter der neuen Geräte-Generation – doch wie schlägt es sich im Vergleich zum iPad als Arbeitsmaschine?

Die Basics

Die Fronten sind relativ klar: Das iPad ist auch mit der jüngsten Betriebssystem-Generation iOS „nur“ mit einem auf die Nutzung in Mobilgeräten optimierten Betriebssystem ausgerichtet. Das hat durchaus seine Vorteile: iOS ist relativ moderat im Ressourcenverbrauch, und perfekt auf die Touch-Bedienung ausgerichtet. Dadurch lassen sich zumindest die Hauptfunktionen der aktuellen Betriebssystemgeneration auch auf relativ alten Geräten wie dem iPad 2 (2011) ohne Probleme einrichten.

Auf dem Ideapad Yoga 11S läuft, anders als auf dem Anfang des Jahres vorgestellt Yoga 11 ein „Full Windows“ statt Microsofts  Tablet-Betriebssystem Windows RT. Das bedeutet, dass neben der „Modern UI“-Kacheloberfläche auch der „Desktop“  vorhanden ist, die dem von Windows 7 bekannten sehr ähnlich sieht. Die Bedienung über den Touchscreen ist auch auf dem „alten“ Desktop möglich – aber anstrengend: Viele der Schaltflächen sind so klein, dass man sie selbst mit geübten Fingern nur schwer auf Anhieb trifft.

Allerdings hat der Yoga 11S seine Tastatur ja immer mit dabei – für den Desktop kann man also ohne jedes Problem auf diese ausweichen. Auf dem Desktop lassen sich die meisten Programme  installieren, die auch unter Windows 7 laufen– man kann das Ideapad Yoga 11S also als echtes Ultrabook nutzen. An die Leistungsfähigkeit sollte man allerdings realistische Erwartungen stellen: Der Intel-i3-Prozessor der uns vorliegenden Systems mit 1,4 GHz und 4 GB RAM schnauft bei komplexeren Programmen doch deutlich. Die SSD ist mit 128 GB nicht eben üppig, entspricht aber der Maximalausstattung beim iPad.

Gucken und Tippen

Der Bildschirm des Ideapad Yoga 11S misst natürlich 11 Zoll – 11,6 oder 29 cm, um genau zu sein. Die Auflösung beträgt 1280 x 768 Pixel (WXGA) im 16:9-Format. Die jüngste iPad-Generation mit Retina-Display bietet dagegen 9,7 Zoll (24,6 cm) im 4:3-Fomat bei 2048 x 1536 Pixeln. In der Wifi-Only-Version wiegt das aktuelle iPad 652 Gramm , während beim Yoga 11S ganze 1,4 Kilo auf der Wage stehen. Fairerweise muss man zugeben, dass beim Gewicht des iPads die Tastatur fehlt. Rechnet man ein Standard-Produkt wie das Kensington Multi Angle Folio & Keyboard mit knapp 300 Gramm hinzu, verringert sich der Abstand beträchtlich. Lenovo gibt die Laufzeit des Yoga 11S mit bis zu 6 Stunden an, Apple behauptet, dass man mit dem iPad bis zu 10 Stunden Surfen kann, bevor der Akku schlapp macht.

Bei den Verbindungen hat das Lenovo Ideapad Yoga 11S deutlich die Nase vorn: 1 x USB 3.0, 1 x USB 2.0, HDMI, 2-in-1-Kartenlese sowie Audioanschluss stehen hier auf der Haben-Seite – beim iPad gibt es neben der Kopfhörerbuchse nur noch den reichlich proprietären Lightning-Anschluß (der seit iOS 7 auch nur noch mit von Apple speziell zertifizierten Geräten zusammenarbeitet!). Man kann also keine USB-Sticks ans iPad koppeln, oder Bilder direkt von der SD-Karte der Kamera laden.

Das Ideapad Lenovo Yoga 11S ist mit einer sogenannten AccuType-Tastatur sowie einem Trackpad ausgestattet. Es lässt sich dadurch auch mit größeren Händen prima zum Tippen nutzen. Die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt und sind sehr präzise, der Bildschirmlässt sich in jedem Winkel aufstellen. Deshalb kann man das Gerät auch auf einem engen Flugzeugsitz und sogar auf dem Schoß noch einigermaßen bequem nutzen. Für das iPad gibt es eine Reihe von Bluetooth-Tastaturen, die das Gerät in einen „Mini-Laptop“ verwandeln. Gemeinsam haben praktisch alle Lösungen ein paar deutliche Nachteile: So lässt sich das Tablet meist nur in einem oder wenigen Winkeln aufstellen. Oftmals ist die Konstruktion auch eher wacklig, so dass sie nicht sicher auf dem Schoß genutzt werden kann. Zudem nagt die Bluetooth-Verbindung am Akku-Strom des Tablets. Zum Aufladen der Tastatur muss zumeist ein weiteres Ladekabel einkalkuliert werden, weil dieses in der Regel per Micro-USB mit Strom versorgt wird. Auch die Tastatur-Qualität selbst ist reichlich schwankend – ich hatte schon so einige Modelle auch von Markenherstellern in Gebrauch, bei denen man durchaus eher stoisch veranlagt sein musste: Entweder der Anschlag reagierte nicht, oder man hatte statt einem Buchstaben gleich ganze Zeilen auf dem Bildschirm.

Die Apps

Wie aber sieht es mit den Apps aus? Hier müsste das iPad mit über 375.000 speziell für das Tablet optimierten Apps doch im Vorteil sein? Betrachtet man allerdings nur den Lieferumfang sowie die Ausrichtung als Produktionsgerät, dann schneidet das Ideapad Yoga 11S gar nicht so schlecht ab. Schon „ab Werk“ gibt es auf der Modern-UI-Oberfläche vorinstalliert nicht nur eine Trial-Version von Microsoft Office, sondern etwa auch Apps für News, das Wetter, Nachrichten, Börsenkurse, Evernote und Amazon Kindle. Mail sowie die Organizer-Apps sind wie beim iPad Exchange-kompatibel, sie können also ohne Probleme mit einem Firmen-Account verbunden werden.

Apple kontert in puncto Office natürlich mit der eigenen Lösung iWorks sowie Drittanbieter-Paketen wie Smart-Office, die allerdings oft Probleme damit haben, wirklich alle Details eins Microsoft-Office-Dokuments zuverlässig anzuzeigen. Für Microsoft Office 360-Grad-Abonnenten gibt es nun immerhin seit kurzen eine native App von Microsoft für iOS-Mobilgeräte.

Fazit

Schon allein wegen der begrenzten Anschlussmöglichkeiten und den Problemen, Daten ohne (i)Cloud-Upload zuverlässig vom und auf das iPad zu bekommen, bleibt dieses für die Produktion von Inhalten immer noch ein Notbehelf. Mit dem Lenovo Ideapad Yoga 11S kann man dagegen unterwegs problemlos auch „richtig“ arbeiten, egal ob mit Office-Dokumenten oder anderen Profi-Programmen, wie man sie vom Desktop-Rechner oder Laptop kennt. Durch die Möglichkeit, den Bildschirm quasi „auf den Rücken“ zu klappen, kann man das Gerät als „Behelfs-Tablet“ nutzen, etwa um Kollegen etwas zu zeigen, oder auch, um im Bett noch ein bisschen Video zu gucken oder zu lesen. Um es längere Zeit in der Hand zu halten, ist es aber zu schwer. Praktisch ist auch die „Dach“-Funktion des Ideapad Yoga 11S – sie eignet sich bestens für den Medienkonsum.

Für das iPad sprechen die lange Akkulaufzeit und das geringere Gewicht – da man aber mit wesentlich weniger Funktionen erkauft. Preislich liegen die beiden Geräte übrigens weit weniger auseinander, als man zunächst denkt: ein 128 GB-iPad ist ab knapp 800 Euro zu haben, eine Marken-Bluetooth-Tastatur liegt bei rund 80 Euro. Der Straßenpreis des Lenovo Ideapad Yoga 11S liegt derzeit bei rund 930 Euro.