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Hands-on Osprey Beta Port: Unterwegs im iPad-Zeitalter

Tablets und Smartphones haben in Vorortzügen, S-  und U-Bahnen längst das Buch und die Zeitschrift abgelöst. Im Herbst und Winter beginnt für die oft nicht eben günstigen Geräte allerdings eine schwere Zeit: Regenschirme und dicke Jacken im Gedränge, Nässe und Kälte sorgen dafür, dass ihnen immer wieder „tödliche“ Unfälle passieren: In die Pfütze gefallen, zu kalt worden, im hohen Bogen weggerempelt worden. Mit der Portal-Serie von Osprey soll das nicht passieren – hier nämlich bleibt das Gadget schön geschützt, trocken und mollig  hinter einer Spezialfolie, durch die sich Touchscreens bedienen lassen.

Bei unserem Testexemplar handelt es sich um das Modell „Beta Port“, eine Schultertasche im Format von ca. 40 x 30 cm in „Grey Herringbone“, also einem Nadelstreifen-Muster, mit fröhlich-leuchtegrünem Innenleben. Alternativ gibt es die gesamte Serie, zu der auch die Daypacks Cyper Port und Pixel Port gehören, auch in Dunkelrot (Aufmacherbild), Braun und Schwarz. Preislich bewegen sich die Modelle, die es auch ohne Sichtfenster gibt, wischen 80 und 100 Euro.

Die „Beta Port“ kostet rund 80 Euro und bietet unter der Klappe ein mit einem Zipper zu schließendes Fensterfach mit „Quick Touch TPU-Folie“, einem Spezialmaterial, durch das sich Touchscreens kinderleicht bedienen lassen sollen. Im Hands-on traf das mit einem Full-Size- sowie einem iPad Mini auch zu – man kann im Zug die Tasche also auf dem Schoß behalten und lesen, zocken oder Video Gucken, ohne dass das Tablet herausgenommen werden muss. Allerdings sollte man für Musik und Video darauf achten, dass der Kopfhörerausgang oben zu leiben kommt, sonst wird das Ganze doch ein ziemliches Gefummel.

Die Tasche ist jedoch nicht nur für Tablets gedacht:  gepolstertes Compartment fasst laut Beschreibung einen Laptop bis maximal 15,4 Zoll. Hier kommt es allerdings stark auf das Seitenverhältnis an – meine Lenovo Ideapad Yoga 13 mit 13,3-Zoll-Bildschirm  passte zwar noch bequem, viel mehr wäre in der Breite allerdings nicht mehr drin. Geschlossen wird das Laptop-Fach mit einem Flausch-Klett, der Rechner kann also, etwa am Flughafen, ohne Mühe zur Kontrolle herausgezogen werden. (Daneben hält sich hartnäckig der Mythos, dass am Sicherheitscheck Tablets, die durch eine Sichtfenster identifizierbar sind, nicht aus der Tasche entnommen werden müssen. Es ist eben nur ein Gerücht, wie ich bei einem kürzlichen Trip mal wieder bestätigt bekommen habe. Oder zumindest eine Ausnahmeregelung, die den Security-Mitarbeitern an europäischen Flughäfen samt und sonders nicht geläufig ist…)

Egal. In der Beta Port gibt es so viele Fächer, in der man seien Siebensachen so sorgfältig verstauen kann, dass auch eine Sicherheitskontolle kein Chaos darin auslöst: Die Zwischenwand bietet in einem Zipper-Fach Platz für Unterlagen und/oder eine Zeitschrift, im Hauptfach gibt es zwei Netzfächer für Ladekabel und Kopfhörer, Steckfächer für Karten/Visitenkarten und  Stifte /Laserpointer, sowie einen Schlüsselhaken.  In der Klappe, die seitlich gegen eindringenden Regen ein Stück über das Hauptfach heruntergezogen wird, lässt sich ein mittelgroßer Geldbeutel im vertikalen Zipperfach unterbringen.

Der Überschlag wird durch zwei verstellbare Steckschnallen geschlossen. So kann das Volumen der Tasche bei Bedarf erhöht werden, was mir bei meiner schon erwähnten letzten Reise (36 Stunden mit Übernachtung) sehr gelegen kam: Weil der Laptop zuhause bleiben durfte und sein Job von einem iPad Mini mit Clip-on-Tastatur übernommen wurde, passte mein gesamtes Gepäck für 1,5 Tage Cambridge in der Beta Port. So leicht bin ich selten gereist! Der stabile, verstellbare Schultergurt mit Polster machte den Transport auch über lange Flughafengänge bequem, wird die Tasche als Radfahrer nutzt oder sehr schwere Dinge transportiert, wird allerdings möglicherweise einen Hüftgurt vermissen.

FAZIT

Pendler und Geschäftsreisende, die für unterwegs eine Laptop- und Tablet-Tasche nicht nur mit „Aha-Effekt“, sondern echtem praktischen Zusatznutzen suchen, dürfen unbesorgt zugreifen. Sie sollten sich ggf. jedoch vergewissern, dass auch ihr Laptop hineinpasst. Während sich iOS-Geräte ja problemlos über den Home-Button aus dem Ruhezustand holen lassen, ist das natürlich nicht bei allen Smartpones/Tablets der Fall – in einem solchen Fall ist das reißverschlussbewehrte Fensterfach natürlich eher überflüssig.

Die bequeme Handhabung und die sehr stabil und sorgfältig wirkende Verarbeitung legt nahe, dass man an der „Beta Port“ lange Freunde haben kann. Dank des dezenten Äußeren wirkt sie nie deplaziert – egal ob ein Besitzer Anzug/Kostüm und Mantel oder Streetware trägt.