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Hands-on Kensington Hard Shell Keyboard für iPad Mini: Mein wunderbarer Mini-Laptop

Wie oft schleppe ich meinen Laptop auf kurze Geschäftsreisen mit, wo ich doch eigentlich nur meine Mails angucken muss, nach Hause skype, und vielleicht noch einen relativ Text schreiben muss? Während ein “Full Size” iPad vom Volumen und vom Gewicht kaum mehr einen Unterschied zu einem Ultrabook darstellt (aber viel weniger kann), ist ein iPad Mini gerade noch so groß wie ein Taschenbuch und dünner als ein Schreibblock. Von Kensington gibt es zudem inzwischen eine leichte Clip-on-Tastatur, mit der man auch dieses Tablet zum “Mini-Netbook” umfunktionieren kann. Grund genug für mich, die Kombo anlässlich eines Trips nach England mal unter realen Arbeitsbedingungen auf Herz und Nieren zu testen.

Das Hard Shell Keyboard ist eine klassische Clip-on-Tastatur, wie man sie auch vom “Full Size” iPad kennt, das heißt: Der Bildschirm des iPads kommt auf den Tasten zu liegen und ist dadurch geschützt, die Rückseite des Tablets bildet den Deckel der Kombo. Im Lieferumfang ist eine hochwertige Schutzfolie für den Bildschirm gleich inbegriffen, so dass man sich bzgl. des Glases wirklich keine Sorgen machen muss, die Tablet-Rückseite bleibt jedoch gänzlich unbedeckt.

Die Inbetriebnahme der Tastatur ist laut beigelegter “Schnellstartanleitung” (eigentlich nur ein Notizzettel) ganz einfach: Nur auf die “Koppeln”-Taste drücken und schon klappt’s. Indes, bei mir klappt gar nichts, nicht mit meinem nagelneuen Retina-iPad Mini, und auch nicht mit unserem Redaktionsgerät, einem iPad Mini 1. Die vollständige Anleitung aus dem Internet bringt es dann an den Tag: Natürlich muss man den “FN”-Knopf, der alle graue Sonderfunktionstasten sowie die Umlaute aktiviert, drücken! Hätte man zugegebenermaßen draufkommen können, könnte aber auch besser auf der Anleitung dargestellt sein, schließlich will sich niemand mit einer Bedienungsanleitung für eine Tastatur beschäftigen.

Hat man die “FN”-Hürde mal umschifft, benötigt man allerdings tatsächlich keine Anleitung mehr. Denn bei aktivierter Bluetooth-Schnittstelle des iPads ist das Pairing nun ein Kinderspiel: Einfach die vierstellige Nummer, die auf dem Bildschirm angezeigt wird, auf dem Keyboard eintippen, und schon kann man bequem auf echte Tasten hauen. Die sind zwar für Menschen mit Bauarbeiter-Händen tatsächlich etwas zierlich – ich habe mit meinen “normalkleinen” Händen jedoch keinerlei Schwierigkeiten mit der Bedienung. Die Tasten haben einen angenehmen und sehr genauen Druckpunkt, so dass man richtig schnell schreiben kann.

Der kleinen Größe ist allerdings geschuldet, dass nicht alle Tasten dort sind, wo sie bei einer ISO-Tastatur sind – wer also blind schreibt, ist klar im Nachteil. “Ä” und “Ü” sind nur über “FN” zu erreichen, das ist manchmal etwas lästig, aber man gewöhnt sich dran. Die Vorteile der Tastatur-Lösung sind für Vielschreiber einfach zu offensichtlich: Man tippt viel schneller als das auf dem Touchscreen möglich ist, und kann über die Tasten auch gleich praktische Funktionen wie Lautstärke, Ausschneiden, fremdsprachiges Tastaturlayout sowie Cursor-Steuerung bequem erreichen.

Schwerer wiegt, das bauartbedingt das iPad Mini nur in einem Winkel aufgestellt werden kann, denn es wird ja in einer kleinen “Rinne” in der Tastatur festgeklemmt. So ganz stabil ist die ganze Konstruktion deshalb nicht, ohne Unterlage kann man deshalb nicht auf dem Schoß arbeiten. Alternativ kann man das iPad Mini allerdings – wie im Bild – einfach mit dem Apple-Smart-Case/Cover aufgestellt vor die Tastatur legen (im Bild). Der zierlichen Größe und dem geringe Gewicht der Kombination ist es geschuldet, dass sich jedoch fast immer eine Unterlage findet – auf meinem Trip nach Cambridge genügte mir die Mappe mit meinen Reiseunterlagen. Auch auf dem Flugzeug-Klapptisch wäre das Hard Shell Keyboard praktisch – allerdings lässt es sich mangels Bluetooth-Verbindung im Flight-Modus während des Flugs natürlich nicht nutzen.

FAZIT

Ich hätte nicht gedacht, dass sich das Hard Shell Keyboard zusammen mit den iPad MIni Retina Display als so leistungsfähig erweisen würde: Künftig werde ich wohl deutlich seltener meinen Laptop mitnehmen. Dank der iWorks-Suite, die Apple nun mit neuen Geräten kostenlos anbietet, lassen sich auch Office-Dokumente recht gut betrachten und auch bearbeiten. Wer unterwegs nicht viel mehr braucht, der wird mit dem iPad mini plus Kensington Hard Shell Keyboard sehr glücklich.