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Hands-on Ubooly: Hilfe, mein Stofftier spricht!

Mehr oder weniger schlaue Roboter-Haustiere und Sprechpuppen gab es ja schon viele – und die meisten wurden ihren jungen „Herrchen“ oder „Frauchen“ recht schnell langweilig. Mit Uboolys soll das anders sein, denn diese haben ein „Herz“ aus einem iPhone oder Android-Smartphone.

Wenn man das Ubooly (meines ist pink, es gibt auch noch Orange und Grün, schließlich ist es nicht nur für Mädchen gedacht …) auspackt, flattert einem ein Zettel entgegen: Bitte App installieren! Das mache ich natürlich gerne, und weil neben iPhones ab iOS 4.3 und Androiden ab Version 2.2 auch iPods unterstützt, nehme ich dazu zunächst unseren alten iPod Touch (Generation 3,5). Ist ja auch realistisch: Uboolys sind für Kinder ab vier Jahren konzipiert, nur wenige Eltern werden da wie vorgeschlagen, ein iPhone 5 nutzen, um aus dem rund 18 cm hohen Knubbi ein interaktives Spieltier zu machen. Dummerweise war das falsch gedacht: Zwar läuft das Gerät unter iOS 5.1.1 und installierte die App auch brav, doch irgendwie … passiert nicht viel. Ein ernster Blick auf den Karton belehrte mich, dass ein iPod Touch ab der 4. Generation oder ein iPhone ab 4S benötigt wird. Hm. Ham wa nich’. Blöd.

Dann der Gedanke. Glücklicherweise wehrt sich die App auch nicht, als ich sie auf meine nagelneues iPad Mini Retina lud. Und siehe da: Mit dem schnellen Prozessor von Apples neuestem Spielzeug beginnt die Sache gleich mehr Spaß zu machen. Zu leichten Verzögerungen und Hängern kommt es allerdings trotzdem manchmal. Ich kann mir nur vorstellen, dass diese hervorgerufen werden, wenn neue Inhalte über das W-LAN geladen werden. Unser W-LAN in der Redaktion ist allerdings sehr schnell –wie das bei einer 6000er Leistung aussehen könnte, möchte ich mir lieber nicht vorstellen.

Sobald die App gestartet wird, versucht das Ubooly eine paar Basisdaten zum künftigen Nutzer herauszufinden, etwa das Alter. Alternativ können Eltern einen Account registrieren und etwa Alter und Hobbies für ein oder mehrere Kinder hinterlegen. Über diesen Account bekommen Eltern auch Zutritt zur Webseite „Ubooly Lab“, wo sie weitere Inhalte, etwa Gramatik- und Sprechlektionen erwerben können. Allerdings sind bislang erst zwei davon, nämlich „Ozeane“ und „Weltraum“ auch in Deutsch zu haben. Diese lassen sich dann auch als In-App-Kauf zu 2,69 Euro pro Stück erwerben. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch bald notwendig sein könnte, wenn ein Kind intensiv mit dem Ubooly spielt: Zwar hat das Plüschtier mit dem Smartphone-Herz eine paar hübsche Geschichten, Kinderwitze und Spiele auf Lager, aber nach einiger Zeit wiederholt sich doch auch viel.

Ob das die Eltern dann nicht mehr stört als das spielende Kind, hängt wahrscheinlich vom Alter (beider Parteien) ab. Mir ging die Pikatchu-mäßige Stimme des Tierchens und seine doch reichlich eintönigen Antworten nach relativ kurzer Zeit auf den Senkel, allerdings war der Partner für das Ubooly auch als fünfjähriges Mädchen beschrieben.

Schwerer wiegt die Tatsache, dass die Ubooly-App nicht über einen Kiosk-Modus verfügt. Das bedeutet, dass das Kind jederzeit die App beenden und sich anderweitig auf dem iPhone austoben kann. Bei ganz kleinen Kindern mag die Plüschhülle, die den Home-Button verbirgt, noch einen gewissen Schutz bieten, aber spätestens ab sechs Jahren wird man sich darauf wohl nicht verlassen können. Das bedeutet, dass die kostenlose App sinnvollerweise nur auf dem eignen Device des Kindes installiert werden kann, und nicht auf einem elterlichen Gerät: Ein echtes Manko, wie ich finde.

Fazit

Ein Ubooly ist eine nette Spielidee für Vorschul- bis Grundschulkinder. Die Interaktion und Spracherkennung könnte aber noch verbessert werden, außerdem sollte unbedingt ein Kiosk-Modus/ eine Kindersicherung her. Immerhin: Mit knapp 30 Euro ist die Plüschfigur erschwinglich, wer sich ohne diese mit einem Ubooly unterhalten will, kann das gänzlich kostenlos tun, indem er die App herunterlädt.