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Hands-on Lomography Experimental Lens Kit: Groovy, Baby!

Dank Hipstamatic und Co. sind Digitalkameras  in den letzten Jahren ein bisschen ins Hintertreffen geraten, und auch der Analogfotografie macht langsam der Wegfall der Infrastruktur zumindest für Hobbyisten doch arg zu schaffen.

Lomography hat in den vergangenen Jahren ja schon eine paar Versuche gestartet, die wunderbare Welt der Analog-Fotografie ins Digitalzeitalter zu retten – mit dem Experimental Lens Kit starten die Wiener einen Versuch. Er zielt auf Fotofans, die bereits etwas mehr tun als nur knipsen – das Plastik-Linsenset lässt sich auf gängigen gängigen Micro 4/3-Digitalkameras einsetzen.

Gleich drei Plastik-Linsen sowie diverse farbige Folienblättchen, die Einschieb-Farbfilter, finden sich in dem, stylischen Blister. Ich organisiere mir zum Ausprobieren eine Olympus OMD – die Canon EOS M, die ebenfalls gerade in der Redaktion zu Test ist, entspricht nämlich nicht dem Micro-4/3-Format.

Nachdem diese kleine Hürde genommen ist, montiere ich vorsichtig die erste Linse, ein 160 Grad-Fischaugen-Objektiv. Ich stelle die Kamera auf Automatik und ziele aus dem Fenster und in meinem Büro herum – und siehe da – besonders mit Farbfilter lassen sich ganz hübsche Effekte erzielen

Bei der 24 mm-Standard Lens sowie der 12 mm Wide Angle Lens sind die unmittelbaren Änderungen am Bild nicht ganz so augenfällig – hier kann man sich ein bisschen mit den Einstellung der Kamera spielen, meist arbeitet man jedoch im Blindflug, denn das Objektiv gibt hat natürlich (zumindest bei meiner Konfiguration) keine wirkliche Rückmeldung an den Betrachtungsmonitor.

Richtig schwierig wird es bei der Mehrfachbelichtungs-Option, die alle drei Objektive bieten – hier muss statt des Auslösers an der Kamera selbst der „analoge“ Hebel am Objektiv selbst zwei- oder mehrfach gezogen werden. Mir gelingt es auf Anhieb nicht, so eine sinnvolle Komposition zu erreichen – aber das ist vielleicht ja auch gar nicht der Punkt: Es ist eben eine Experimentier-Set, eine Art Spielwiese in Plastik-Linsenform.

Fazit

Um mit dem Experimental Lens Kit wirklich Spaß zu haben, muss man ein bisschen Zeit und Geduld sowie eine definitive Liebe zu einer „analogen“ Arbeitsweise mitbringen. Profunde Kenntnisse in punkto Belichtung, ISO und Blende schaden auch definitiv nicht.  Für Foto-NERDS ist das Lomography Experimental Lens Kit aber durchaus eine Bereicherung, zumal das Set mit rund 90 Euro auch halbwegs erschwinglich ist.