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Hands-on Leap Motion: Die Zukunft des Controllers

Seit „Minority Report“  taucht das Thema immer wieder mal auf: Benutzeroberflächen, die sich nicht mehr nur mit Tastatur und Maus bedienen lassen. Konsolen-Gamer werden vielleicht nur müde lächeln – aber mit Leap Motion schaut einem der Computer auf die Finger.

„Die natürliche, unglaublich präzise Art, einen Computer zu steuern“, verspricht Leap Motion auf der kompakten Verpackung, in der sich ein ca. 8 x 3 cm kleines Kästchen befindet, das per USB an einen Mac, PC (WIN 7/8) oder Linux (Ubuntu 12) angeschlossen werden kann. Die Software – in meinem Falle für einen Mac unter OSX 10.8.5 muss heruntergeleden werden, man benötigt also für die Installation einen Internetzugang.

Mit der Software installiert man das „Airspace Home“ und auch einen eigenen App-Shop, das „Airspace Store“ über den man für den Leap Motion Controller optimierte Apps, herunterladen kann. Ein paar wenige werden mit der Installation mitgeliefert, viele weitere sind kostenlos.

Zunächst empfiehlt es sich, die „Orientation“-App auszuprobieren:  Anfangs ist es nämlich gar nicht so einfach, sich an die Finger als Eingabegerät zu gewöhnen. Hinzu kommt, dass je nach Applikation mit einem gewissen Lagging gerechnet werden muss. Auch werden noch nicht alle Bewegungen zuverlässig erkannt. Spaß macht es trotzdem, etwa bei den „Sky Muffins“ durch wildes Händegewirbel Gebäckteilchen vor dem Absturz zu bewahren. Oder im poetischen „Kyoto“ nach Glühwürmchen zu greifen.

Richtig spannend fand ich allerdings vor allem die Musikspiele: In „Drum Air“ kann man sich an einem ausgewachsenen Drumset versuchen, in „Dropchord“ (im Bild) tanzen sich die Hände durch Elektro-Beats. Bei „Cyber Science 3D“ lernt man das Innenleben einer reichlich haarigen Spinne kenne, indem man sie mit Handzeichen auseinander nimmt und zusammensetzen kann – das ist jedenfalls nichts für Phobiker.

Für den Profi-Bereich könnte „Freeform“ interessant werden: In der App soll man einmal 3D-Objekte wie aus Ton formen können – am Bildschirm. Das würde wesentlich schneller und intuitiver funktionieren als die heutigen 3D-Workflows.Auch Applikationen wie Google Earth sollen sich dem Controller steuern lassen, bei Google Earth hat das im Test allerdings nicht funktioniert.

Fazit

Der Leap Motion Controller ist derzeit noch in einem frühen Stadium: Die Erkennung der Finger funktionierte noch nicht in jeder Lage ideal, manchmal kommt es zu Verzögerungen. Hinzu kommt, dass man die ungewohnte Eingabemethode wirklich erst lernen muss. Künftige Weiterentwicklungen sollten aber deutlich schneller und exakter funktionieren – und dann nichts weniger als die Revolution der Interaktion mit dem Computer anstoßen. Der Leap Motion Controller ist etwa über Amazon zu haben und kostet ca. 100 Euro.