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Hands-on Sandisk Clip Sport: Komm mit mir laufen

Ohne Musik sportelt es sich bekanntlich wesentlich schlechter. Während es bei den Kopfhörern eine schier unüberschaubare Zahl gibt, haben Smartphones und iPods die Konkurrenz an MP3-Playern reichlich dezimiert. Der Sandisk Clip  Sport mit seinen fröhlich-bunten Farben und der knubbeligen Chassis ist einer der Apple-Alternativen, die sich um einen Platz in der Sporttasche bewirbt.

Wir lernen uns kennen

Der nagelneue Clip Sport ist mit 4, 8 und 16 GB Speicherplatz zu haben. Er bietet ein briefmarkengroße (1,44 Zoll), relativ grobpixeliges Farbdisplay, ein Steuerkreuz mit mittiger „OK“-Taste sowie einem „Zurück“-Button, die Lautstärke wird separat mit einem Wippschalter an der linken Seite eingestellt. Dort findet man auch den Micro-USB-Anschluss, mit dem man das Gerät laden sowie mit einem Laptop verbinden kann. Das entsprechende Kabel ist wie der Kopfhörer im Preis (ab 35 Euro) inbegriffen, ein Netzteil fehlt. Auf der rechten Seite findet man den Kopfhöreranschluss, sowie einen Steckplatz für eine MicroSDHC-Karte. So lässt sich der Speicher nach Geschmack noch erweitern. Praktisch für den Sport: mit dem rückwärtigen Kunststoff-Clip kann man das Gerät am Shirt, Ärmel oder an einem Armband festclippen. Im Vergleich zu meinem iPod Nano (6. Generation) oder einem aktuellen iPod Shuffle mit Metall-Gehäuse wirkt die Konstruktion allerdings weit weniger stabil.

Nach dem Auspacken lade ich das Gerät erst einmal, für eine volle Ladung werden 3 Stunden angegeben, danach soll das Teil bis zu 25 Stunden Musik liefern. Angeschaltet wird es über den – in meinem Falle gritzegrüne – Zentraltaste, dann stehen von den nominell 8 GB meines Exemplars laut Systeminformation knapp 7,9 GB zur Verfügung. Die können wahlweise mit MP3s, DRM-freien WMAs und AACs, Ogg Vorbis und FLAC-Dateien befüllt werden, außerdem versteht sich der Sandisk Clip  Sport laut Anleitung mit Audible-DRM-Daten, doch das habe ich mangels Audible-Account nichtausprobiert. Neben dem Musikplayer ist ein UKW-Radio und Stoppuhr eingebaut, zudem unterstützt der Player das Abspielen von Podcasts und Hörbüchern. In den Systemeinstellungen kann man noch ein paar Kleinigkeiten wie Zufall- und Wiederholmodus sowie Tag und Uhrzeit einstellen. Leider lassen sich die Menüfarbe nicht ändern, und natürlich kann man auch keine weiteren Apps installieren.

Thank You For The Music

7,9 GB freier Speicherplatz- der sollte sich doch im Handumdrehen füllen lassen, schließlich umfasst meine Musiksammlung rund 30 GB, fein säuberlich vorgeordnet in zwei Dutzend Playlists, von denen jeweils ungefähr die Hälfte am Büro-Mac (OSX 10.7) und die andere am privaten Lenovo Yoga mit Windows 8.1 gespeichert ist. Weil Ich gerade im Büro sitze, schmeiße ich erst mal iTunes an. Das arbeitet nahtlos natürlich nur mit Apple-Mobilgeräten, deshalb habe ich vorsorglich schon Double-Twist installiert. Mit der kostenlosen Zusatzsoftware lassen sich Musikdaten und Playlists aus iTunes auf Androiden und andere im Apple-Verse nicht genehme Geräte kopieren. Angezeigt wird der Sandisk Clip  Sport ohne Schwierigkeiten, und auch das Kopieren einer Playlist klappt ohne Probleme. Also Bingo? Nicht ganz: Der Name der Wiedergabeliste wird zwar angezeigt, und auch die Stücke selbst wurde auf den Musikplayer kopiert, wo vorhanden, sogar mit Coverbild. Doch die Playlist selbst wird als „Vacio“, was ich mal „leer“ interpretiere, dargestellt. Man hat die Stücke als auf dem Flash-Speicher, jedoch nicht wie ursprünglich zusammengestellt, sondern wild durcheinander. Für einen echten Musikfan ist das eher nicht hinzunehmen – ich will meine Zugfahr-Entspannungs-Stücke nicht wild gemixt mit „Nun lauf endlich-schneller“-Motivationssongs haben. Natürlich kann man sich auf dem Mobilgerät selbst Playlisten ganz nach Wunsch zusammenstellen, oder die Mühe will ich mir nicht machen – schließlich habe ich ja schon welche, und keine Lust, dieselbe Arbeit zweimal auszuführen.  Mein Ehrgeiz ist geweckt, nun versuche ich Playlisten in Ordner zu ziehen, und diese in den Playlist-Ordner auf dem Mobilgerät zu legen – schließlich mountet der Sandisk Clip  Sport, per USB-Kabel angeschlossen, auf aktuellen PCs und Macs als Festplatte mit säuberlicher Ordnerstruktur. Doch ich habe wieder kein Glück.

Als nach Hause zum PC –da müsste es doch gehen?  Der Windows 8-Media Player erkennt brav den Sandisk Clip Sport, synchronisiert die ausgewählte Playlist ohne nervige Installationen und ohne Widerrede – aber wieder mit eben demselben Ergebnis wie auf dem Mac. Jetzt werde ich grantig, und klicke mich durch die Hilfe-Seiten von Sandisk, und siehe da: es gibt einen Methode. Die ist allerdings relativ kompliziert, und funktioniert nur, wenn man alle Tracks, die man in der Playlist haben will, erst mal in einen Ordner, etwa auf dem Desktop zusammenfasst. Diesen Ordner öffnet man dann manuell im Windows Media Player, dann speichere ich die Playlist, bzw. ihre Metadaten, als M3U in genau den (sonst klappt es nicht!) vorher befüllten Musikordner ab. Der wird dann über den Windows Explorer in den Playlist-Ordner des Mobilgeräts gezogen, und Voila! – die Playlist. Na ja, fast: Die Reihenfolge der Stücke wird natürlich von der Tracklist-Nummer im ursprünglichen Album bestimmt.

Ja, ich weiß, dass iTunes so seine Macken hat. Und dass man vor oder ohne iTunes das genannte Problem auch bei vielen anderen Musikplayern ganz genauso hat. Aber ganz Ehrlich: Das ist mir egal. Ich will einen Musikplayer anstecken, meine Playlist übertragen, und so hören, wie ich sie gemacht habe. Punkt.

Deshalb mein Fazit:

Der Sandisk Clip Sport ist eine relativ günstige Möglichkeit, Musik zum Mitnehmen, und sogar noch Radio und Stoppuhr in einem Gerät zu vereinen. Ab knapp 35 Euro bekommt man ein robustes, sporttaugliches Gerät mit Farbdisplay, ordentlicher Musikleistung und sogar noch passendem Kopfhörer.  Ein iPod Shuffle ohne Display, mit nur 2GB Speicher, nicht erweiterbar, aber ähnlich knallbunt kostet immerhin knapp 50 Euro, und verträgt sich mit deutlich weniger Musikformaten.  Dafür muss man beim Sandisk Clip Sport deutliche Abstriche machen, was die bequeme Synchronisierung von Playlisten angeht. Für mich ist das sehr ärgerlich, aber wer seine Listen anders verwaltet / ohnhin nur auf dem Mobilgerät zusammenstellt, für den ist das natürlich irrelevant. Der Sandisk Clip Sport lässt sich nämlich ansonsten ganz brav befüllen, und kann durch den  MicroSDHC-Kartenschacht, sogar mit einem Smartphone Daten tauschen. Insofern: Daumen hoch, wenn das Gerät zu den eigenen Musik-Gewohnheiten passt.