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Tech-Sonar Wearables: Apple Watch and more

Nun ist sie also da, die Apple Watch, und jeder spricht davon, wie Apple einen neue Geräte-Kategorie definiert hat … nicht. In puncto Wearables waren andere nicht nur deutlich früher dran (das war auch beim MP3-Player, beim Tablet und beim Smart Phone so). Sondern haben ihrerseits schon ziemlich ausgereifte und gut designte Optionen vorgestellt. Zum Beispiel auf der IFA: Tech-Sonar gibt einen Überblick.

Die schärfsten Konkurrenten der Apple Watch kommen aus dem Android-Lager, und da, allen voran, die Moto 360. Auf der IFA war die Smart Watch von Motorola zum ersten Mal zu sehen, in den USA ist zu vorzubestellende Online-Kontingent bereits ausverkauft. Kein Wunder: Mit einem klassisch-coolen Design, das man bisher nur Apple zugetraut hatte, und aus hochwertigen Materialien wie Stahl und feines Leder ist sie kaum größer als eine konventionelle Uhr mit Automatikwerk. Die Benutzeroberfläche unter Android Wear ist einfach, aber mächtig: Ob Nachrichten, Schritte oder Herzfrequenz, alles kann fein säuberlich angezeigt werden. Und sogar Google Now inklusive Navi läuft auf dem praktisch randlosen Display. Ab Anfang Oktober soll die Moto 360 mit drahtlosem Ladedock zu haben sein, für relativ moderate knapp 250 Euro (zumindest wenn man sie mit der Apple Watch vergleicht – hier soll es Anfang 2015 ab ca. 350 US-$ erst losgehen…)

Die neue Samsung Gear S setzt dagegen genau wie die LG Watch auf eine eckiges Design. Die klobige Form wird aber immerhin durch ein gewölbtes Display abgemildert. Auch ansonsten unterscheidet sich die Gear S von den Mitbewerbern: Wie das vor einiger Zeit  von uns getestet Pearl-Modell kann auch die Samsung-Smart Watch mit einer SIM ausgerüstet werden. Daher kann man mit der Samsung-Uhr (eigentlich eher ein Mini-Smartphone) genauso telefonieren und Nachrichten bearbeiten – selbst dann wenn das Smartphone selbst nicht in Reichweite ist. Zusätzlich kann die 3G-Verbindung einspringen, wenn die Bluetooth-Connection zickt – derzeit ein nicht ganz unbekanntes Problem bei Wearables. Zusammen mit der Gear S stellte Samsung auch das Headset Circle sowie die Smartbrille Gear VR in Zusammenarbeit mit Oculus vor. Alle Wearables sollen ab Oktober phasenweise in den verschiedenen Märkten eingeführt werden.

Auch Sony kam auf der IFA mit neuen Versionen seiner Wearables um die Ecke – Smart Watches gehen bei dem japanischen Elektronik-Riesen ja noch weit in die Vor-iPhone-Ära zurück. Beim Smartband Talk SWR 30 handelt es sich um ein schmales Armband mit SW-Display, das sich per Sprachbefehl steuern lässt und etwa Nachrichten vorliest. Zudem kann es über Bluetooth als Freisprech-Einrichtung genutzt werden. Das Gadget soll in diversen schicken Farben und mit auswechselbarem Band noch im dritten Quartal auf den Markt kommen, mit Android Kit Kat-Smartphones kompatibel sein und ca. 150 Euro kosten.

Die Sony Smart Watch 3 SWR50 bringt ein 1,6 Zoll große Farbdisplay, ein eigenes GPS-Modul sowie 4 GB Speicher für Apps und Musikdaten unabhängig vom Smartphone mit. Auf dem Display kann man sich beispielsweise auch an Termine erinnern lassen. Die Sony Smart Watch 3 SWR50 ist wasser- und staubdicht nach IP68 und soll ebenfalls mit Smartphones ab Android Kit Kat funktionieren. Ab Ende Q3 soll sie mit auswechselbarem Silikon- oder Metallband ab ca. 220 Euro auf den Markt kommen.

GPS-Uhren stellte auch Epson im Rahmen seiner neuen Wearable-Kategorie vor. Die Modelle SF-310, SF-510, SF-710 sowie das Modell SF-810 (im Bild) zielen auf ambitionierte und Profi-Sportler, Trainingsdaten können per Smartphone-App (iOS und Android) online gespeichert werden. Die GPS-Uhr SF-810 verfügt auch über ein Pulssensor, wirkliche „Smart Watch“ -Funktionen wie etwa Wecken oder Vibration bei Eingang von Mails oder Termin bietet aber eher das von uns jüngst getestete Tacker Armband Pulsense. Die Epson-Wearables sollen noch im September verfügbar sein und ab ca. 150 Euro kosten.

Auch Asus beteiligt sich am Wearables-Rennen: Die Zen Watch, ebenfalls beruhend auf Android Wear, soll durch den integrierten 9-Achsen-Sensors Schritte, verbrannte Kalorien, Dauer der Aktivität, Herzrate, Übungsintensität und Entspannungslevel aufzeichnen und auswerten können. Zudem kann sie etwa das gekoppelte Smartphone (ab Android 4.3) suchen und weitere typische Funktionen ausführen.

Garmin hat seinem (ebenfalls von uns getesteten) Vivofit Activity Tracker Armband zur IFA ein Update verpasst: Der/die/das Vivosmart soll bis zu sieben Tage Akku-Laufzeit sowie Vibrationsalarm bieten, auf dem OLED-Touchscreen lassen sich Benachrichtigungen wie Mails oder Termine anzeigen. Die Vitaldaten werden über die Garmin Connect App (PC/Mac, iOS und Android) der Cloud gespeichert. Das Armband soll beim Duschen und Schwimmen dran bleiben können und ab Oktober in zwei verschiedenen Armbandgrößen sowie in fünf verschiedenen Farben für knapp 170 Euro erhältlich sein.

Mit unter 100 Euro soll das Medion Life Armband mit fünf farbigen LEDs deutlich günstiger sein, und dafür erstaunlich viele Funktionalitäten bieten: Schrittzähler, integriertes Barometer zur Ermittlung der zurückgelegten Höhenunterschiede, UV-A/-B-Sensor für Sonneneinstrahlung, Schlafphasen-Aufzeichnung und -wecker. Auch hier gibt es eine zugehörige kostenlose App für iOS und Android, wann die Geräte auf den Markt kommen, wurde allerdings noch nicht mitgeteilt.

Jabra geht bei den Wearables dagegen einen anderen Weg: Beim Sport Pulse Wireless ist in den schnurlosen In-Ear-Kopfhörer ein biometrischer 
Pulsmesser integriert. Über die Jabra Sport Life App lassen sich multimediale Inhalte und individuelle Trainingspläne wiedergeben, das Pairing mit moderne bluetooth-fähigen Mobilgeräten kann auch via NFC initiiert werden. Das Gerät soll ab Oktober für knapp 200 Euro zu haben sein.