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Hands-on Smartfrog: Immer im Blick – Jedermann-CCTV für’s Smart Home

Smart Homes bekommen zur Zeit von ihren Nutzern recht häufig, auch gemeinhin als Bewohner bekannt, audiovisuelle Sinne in Form einer IP-Kamera verliehen. Ob nun zum Kinder hüten, vorwitzige Haustiere, zum Schutz des Heims oder um den Kontrolle-ist-besser-Trieb zu befriedigen – Netzwerk- bzw. WLAN-Kameras sind zur Zeit gefragt. Neben etablierten Unternehmen wie Netgear mit entsprechenden Lösungen, hat erst vor ein paar Wochen das US-amerikanische Unternehmen Canary zur IFA seine Multi-Sensor-Alarmanlage vorgestellt. Und auch das deutsche Startup Smartfrog ist bereits am Markt. Deren Lösung unterscheidet sich von den Mitbewerbern allerdings dahingehend, dass weniger die Hardware als vielmehr Software und vor allem Service im Fokus der Produktidee stehen.

Das Konzept

So lassen sich nicht nur Kameras von Smartfrog über die App nutzen, sondern auch die Kameras unbenutzter weil älterer Smartphones oder die Webcam des Laptops einbinden, um Audio- und Videomaterial zu liefern. Noch deutlicher wird das Konzept im Preismodell: Mit der Kamera für rund 150 Euro erwirbt man zugleich Cloud-Speicher mit einem Volumen für vier Stunden Videomaterial dazu. Wem das nun nicht genügt, der kann für etwa drei Euro im Monat ein Speichervolumen für 24 Stunden hinzubuchen. Oder man wählt gleich ein das Abo für monatlich rund sechs Euro und bekommt dafür besagte Kamera sowie 24-Stunden-Speicher. Das Abo ist monatlich kündbar, die Kamera darf aber erst nach zwei Jahren Vertragslaufzeit behalten werden. Kündigt man zuvor den Vertrag, muss sie zurückgeschickt werden.

Die Kamera

Die eigentliche Kamera von Smartfrog bietet HD-Auflösung mit 1.280 x 720 Pixel, schaltet bei entsprechenden Lichtverhältnissen in den Nachtsichtmodus und hat zur Audioübertragung Mikrofon und Lautsprecher integriert. Ins heimische Netzwerk wird die Kamera via WLAN eingebunden, die Stromversorgung erfolgt über eine USB-Buchse, die Kanellänge bietet ca. zwei Meter Spielraum zum Aufstellen der Kamera. Zu letzterem dient eine kleine Bodenplatte die festen Stand verspricht und auch als Wandhalterung genutzt werden kann – passende Schrauben und Dübel sind sogar Bestandteil des Lieferumfangs. Zum Einrichten muss lediglich die Kamera am Strom angeschlossen werden, die Smartfrog-App auf einem Smartphone installiert und ein kostenfreies Konto angelegt werden. Initalisiert wird die Kamera mittels dem Button „Smartfrog Cam verbinden“. Dazu muss noch das Passwort des heimischen WLANS angegeben werden. Die Verbindung in den Livestream kann aber einige Zeit dauern – unterwegs 30 Sekunden auf ein Handy starren, bevor der Stream startet, kommt einem gefühlt wie eine Ewigkeit vor.

Die Funktionen

Mit einem Tipp auf das Zahnrad-Symbol gelangt man in die Rubrik Einstellungen, hier lassen sich eine Reihe Parameter zur Feinjustierung angeben. Zum Beispiel ob und auf welche Ereignisse die Kamera einen Alarm auslöst. Dazu kann etwa die Empfindlichkeit des Mikrofons oder des Bewegungssensors eingestellt werden. In der höchsten Stufe reagierte letzterer allerdings sogar auf durch Baumkronen scheinende Sonnenstrahlen. Mittels digitalen Zoom lassen sich auch Bilddetails genauer betrachten. Die Timer-Funktion erlaubt die Aktivierung zu bestimmten Tageszeiten. Über die Webseite kann auf das System ebenfalls in Realbetrieb zugegriffen werden und Aufnahmen zu Clips zusammengefasst werden. Bildauflösung und Sensorempfindlichkeit sind sehr gut, der leicht verzerrte Ton aber noch akzeptabel, da verständlich. Die Latenz der Livebilder beim Streaming beträgt nur wenige Sekunden. Störender sind da schon eher die immer wieder vorkommenden Unterbrechungen der Verbindung.

Fazit

Als kostengünstige CCTV-Alternative erstaunlich leistungsstark. Zumal die Lösung recht offen angelegt und man leicht weitere Kameras einbinden kann. Das funktioniert genauso einfach und schnell wie die problemlose Installation des Systems. In puncto Verlässlichkeit störten die Verbindungsabbrüche etwas. Mehrwert bieten das integrierte Mikrofon und der Lautsprecher – Smartfrog lässt sich so auch als Babyphon  oder zur Haustierbespielung nutzen.