LG-P500 Optimus One : Android für Sparfüchse

Aktuelle Android-Smartphones haben meist einen klitzekleinen Schönheitsfehler: Wer kein subventioniertes Provider-Handy will oder bekommt, muss ziemlich tief in die Tasche greifen. Das LG-P500 Optimus One ist ganz ohne jahrelange Vertragsbindung, SIM-Lock und Branding schon ab rund 210 Euro zu haben und glänzt mit Android 2.2 Froyo, 3, 2 Zoll-Touchscreen, Wifi und A-GPS. Wie viel Spaß kann man mit dem Einsteiger-Androiden haben?

Erster Eindruck

Von Billig-Modell keine Spur: Wenn man das knapp 130 Gramm schwere Smartphone aus seinen zierlichen Kiste befreit, ist man positiv überrascht. Die Kunststoff-Chassis wirkt gut verarbeitet, spaltfrei und solide, die Android-üblichen Tasten (Menü, Home, Zurück, Suchen) sowie der Lautstärkeregler reagieren genauso exakt wie die kapazitive Touchscreen. Bei letzter kann man allenfalls bemängeln, dass die Auflösung mit 320 x 480 Pixeln nicht sooo weltbewegend ist. Ein Trackball/Steuerkreuz fehlt. Als Zubehör sind ein Stereo-Headset sowie Micro-USB-Ladekabel und -gerät und eine 2GB große Micro-SD-Karte schon inbegriffen. Kann man nicht meckern. Das gedruckte Benutzerhandbuch ist auch ein Bemerkung wert, denn es ist erfrischend vollständig und gut (!) verständlich. Die Multimedia-Ausstattung ist mit UKW-Radio, drei Megapixel Fotoauflösung mit Autofokus, aber ohne Blitz, dafür mit VGA-Video allerdings eher etwas unterdurchschnittlich.

Von „frisch aus der Packung“ zu „mein Telefon“

LG hat beim P500 Optimus One die eigenen Benutzeroberfläche „Launcher“ auf das Android-Grundgerüst aufgesetzt, diese wirkt allerdings dezenter als etwa HTC Sense. Auffällig ist das voreingestellte Tastaturlayout, es entspricht nämlich einer Telefontastatur, komplett mit zuschaltbarem T9. Das funktioniert beim Eingeben von Text nicht übermäßig gut, deshalb ist es ratsam, auf die QWERTZ-Ansicht zu wählen. Alternativ kann man sich auch für die „Standard“-Android-Tastatur entscheiden. Ansonsten ist die Einrichtung Android-Typisch unkompliziert: Auf sieben (hier wahlweise fünf) Homescreens kann man sich aus den diversen vorinstallierten Apps und ihren Widgets den ganz persönlichen Looks zusammenstellen. Für die Hintergründe gibt es eine „LG Galerie“ sowie diverse animierte Live-Hintergründe, außerdem kann man auch eigene Fotos nutzen. Für die Synchronisation über W-LAN oder mobiles Internet kann man Google- und andere E-Mail-Accounts, Facebook, Twitter sowie Microsoft Exchange Active Sync einrichten. In der Mail-App lassen sich mehrere Mailkonten in einem gemeinsamen Eingang anzeigen. Die LG Suite, mit dem man das Handy per USB-Kabel mit dem Windows-PC verbinden und etwa Bilder und SMS archivieren sowie Kontakte und Kalenderdaten synchronisieren kann, findet man nach etwas Suchen auf der beiliegenden Micro-SD-Karte. Von dort aus kann man sie, wenn das Handy als USB-Massenspeicher am PC hängt, oder einfach via Kartenleser am PC, installieren.

Allerlei nützliches

Auf dem P500 Optimus One sind ab Werk diverse Apps vorinstalliert, über den LG App Adviser oder den Android Market kann man, eine Google-Konto vorausgesetzt, weitere hinzufügen. Zur Inbetriebnahme des Telefons wird übrigens erst mal keine Google-Konto benötigt, das Gerät will sich nicht auch erst mal wo registrieren, bevor es überhaupt einen Mucks tut, so wie das etwa beim iPhone der Fall ist. Unter den vorinstallierten Apps stechen „Think Free Office“, ein Cloud-Office-Dienst mit 1GB Speicherplatz, sowie Xing, VZ Netzwerke und ein sehr nettes-Notizen-Widget hervor. Ansonsten hat man es sich dankenswerterweise gespart, die 140 MB RAM mit haufenweise vorinstallierten Apps vollzupflastern, wenn der Endkunde ohnehin ganz andere haben möchte. Das ist ja das Schöne bei Android, man kann sich das Smartphone zu zurechtzimmern wie man es möchte und braucht. Der vorinstallierte Browser war so ziemlich das Einzige, was mich nicht ganz überzeugt hat, denn er ist nicht zuverlässig in der Lage, Textblöcke ohne horizontalen Scroll darzustellen, also die Zeilen zu umbrechen, wie ich es etwa vom HTC Desire gewohnt bin.

Fazit

Das LG-P500 Optimus One ist ein sehr handliches, solides Android-Smartphone zu einem ziemlich guten Preis. Wer gerne unterwegs fotografiert, der ist vielleicht über den fehlenden Blitz enttäuscht. Es gibt allerdings einen Nacht-Modus, der gar nicht mal schlecht funktioniert. Für das Geld, das man sich im Vergleich zu so manchem Android-Smartphone mit ähnlichen Leistungsdaten spart, kann man sich außerdem auch ohne Probleme noch eine Kompaktkamera zulegen. Flash beherrscht das LG-P500 nicht, dafür spielt es DivX-Dateien ab. Über die Youtube-App lassen sich außerdem die meisten Filmchen anzeigen, die es dort auch im stationären Browser gibt. Als Alternative bleibt natürlich auch noch der Skyfire-Browser. Ein paar echte Flüchtigkeitsfehler gibt es freilich auch: So taucht in der Kalender-App statt „Neuer Eintrag“ ein französisches „Nouvel Évenénement“ auf – und das Akku-Wetter-Widget kennt zwar „Munchen, Germany“, hat aber mit „München“ so seine Schwierigkeiten. Die LG-Screentastatur finde ich ein bisschen arg kleinteilig, aber da kann man ja auf Android-Layout umschalten. Der Akku des Triband-Geräts scheint mir recht ausdauernd zu sein, in mehreren Stunden intensiven rumspielens und runterladens leerte er sich nur auf ca. 60 Prozent. Hier habe ich übrigens ein paar Screenshots von LG-P500 Optimus One auf Flickr abgeladen.

Würde ich das Teil einem Freund / einer Freundin empfehlen? Aber sicher!