Wer viel telefoniert oder mit dem Mobiltelefon öfter in lauten Umgebungen unterwegs ist, macht sich das Leben mit einem Headset viel einfacher. Jabra bietet mit dem Wave Corded ein klassisches kabelgebundenes Mono-Gerät zum kleinen Preis. Wie lässt es sich im Alltag einsetzen, und ist es vielleicht gar eine Alternative zum Bluetooh-Headset?
Arrgh! Schon wieder drei verpasste Anrufe, weil ich das Handy in der Handtasche selbst auf höchster Stufe nicht gehört habe. Da hilft alles nichts – ein Headset muss her. Weil mein Smartphone, ein HTC Desire unter Android 2.2 zwar Bluetooth mitbringt, mein Feld-Wald-Wiesen-Sporttelefon, ein simples Nokia 1616, aber nicht, ist das kabelgebundene Wave Corded von Jabra ein gute Wahl. Zumal es zum Listenpreis von knapp 20 Euro auch nur mit rund der Hälfte dessen zu Buche schlägt, was für ein Bluetooth-Headset desselben Anbieters fällig wird.
Erste Schritte
„Works with most phones“, sagt der Blisterpack, und tatsächlich wird neben einem 3,5mm-Klinkenstecker, wie er etwa in den meisten Android-Phones sowie im iPhone zum Einsatz kommt, auch ein Adapter für 2,5 mm-Klinke (Samsung, Sony Ericsson) als Adapter mitgeliefert. Die vielsprachige Bedienungsanleitung ist recht knapp, Stecker in die Kopfhörerbuchse am Telefon, Headset aufsetzen, Kabel am Revers festklippen, fertig. Neben dem 2,5mm-Adapter befindet sich noch ein ein Schaumstoffüberzug als Windschutz in der Verpackung. Der soll auf das Mikro, ob er dort langfristig bleibt, wage ich zu bezweifeln, denn er sitzt ziemlich locker. Das Mono-Headset kann rechts- oder linksohrig getragen werden (ggf. Ohrstöpsel umdrehen) und ist auch bei längerem Gebrauch bequem. Also los.
„Most Phones“ heißt nicht „alle“
Oh je. Mein Nokia meldet gleich mal „Zubehör nicht unterstützt“. Na prima, ist zwar ein Einsteiger-Teil, aber erst vor ein paar Monaten gekauft. Ein Testanruf bringt die Wahrheit ans Licht: Wenn man auf den Headset-Knopf drückt, kann man das Gespräch durchaus hören und auch das Mikro nutzen – allerdings muss man zum Annehmen und Auflegen selbst die Tasten am Nokia 1616 nutzen. Na ja, nur so halbgut.
Mein HTC Desire hat gegen sein neues Headset dagegen nichts einzuwenden. Hier lassen sich Anrufe auch ohne die Installation einer zusätzlichen App mit dem Headset annehmen oder abweisen. Selbst in lauter Umgebung ist die Übertrag gut, der Frühlingswind wurde fachmännisch weggefiltert. Ob auch eine Sprachwahl möglich wäre – die Headset-Anleitung verspricht sie, abhängig von eingesetzten Mobiltelefon, kann ich nicht ausprobieren, denn das HTC Desire bietet ab Werk diese Funktion nicht. Dafür entdecke ich eine weitere spannende Funktion: Wenn ich ohne zu telefonieren den Annahme-Knopf drücke, wird meine Musik-App Doubletwist aktiviert und beginnt das zuletzt angewählte Stück abzuspielen. Das kann man durch einen neuerlichen Knopfdruck auch wieder unterbinden, weitere Funktionen, etwa vorspulen oder Wechsel der Playlist, lassen sich aber nicht feststellen.
Fazit
Wer ein günstiges kabelgebundenes Headset mit gutem Tragekomfort sucht, liegt mit Jabra Wave Corded richtig. Schade ist allerdings, dass man auf der Packung nicht erfahren kann, mit welchen Geräten es denn nun wirklich zusammenarbeitet. Die Webseite gibt hier Auskunft, allerdings wird das Nokia 1616 dort als kompatibel bezeichnet, das sah mein Handy anders. Die Vorteil zum Bluetooth-Headset liegt auf der Hand: keine Batterie, kein erhöhter Stromverbrauch des Smartphones durch die Übertragung, kein Abreißen der Verbindung zwischen Headset und Handy, und nicht zuletzt: deutlich günstigerer Preis. Da muss man dann eben mit ein bisschen Kabelsalat leben.
