Über das LG P990 Optimus Speed und seine eindrucksvollen Leistungsdaten nun schon eine ganze Menge gesagt worden – schließlich ist das Gerät, das erste Android-Smartphone mit Dual-Core-Prozessor, inzwischen schon eine Weile auf dem Markt. Es gibt auch eine ganze Reihe von wirklich informativen und tiefgründigen Reviews, beispielsweise bei Tuxanddroid – und auch, in meinen Augen, relativ oberflächliche, wie beim Focus. Was kann ich also noch hinzufügen? Immerhin meine ganz persönlichen Erfahrungen.
Erster Eindruck
Edel, so ist der erste Eindruck. Das gilt für die mattschwarze Schachtel mit partieller Drucklackierung ebenso wie für das Gerät selbst: Es wirkt spaltfrei und solide und gut verarbeitet. Der optische Unterschied zum iPhone ist auf den ersten Blick nicht so groß, nur dass unten die vier typischen Android- „Tasten“ (eigentliche beleuchtete Sensoren) zu sehen sind. Das Gorilla Glas ist an den Seiten leicht gewölbt, was einem Verkratzen des Displays vorbeugen soll, wenn man das Gerät „auf den Bauch“ legt. Dank der abgerundeten Ecken liegt das Teil ganz gut in der Hand, ich finde es dank des vier Zoll großen Bildschirms fast eine Spur zu groß. Wer zusätzlich kein Tablet nutzt (was ich tue, und dafür ein recht zierliches Smartphone), hat so natürlich mehr Platz auf dem Bildschirm. Bei einem ersten Listenpreis von über 500 Euro (inzwischen ist das Gerät deutlich günstiger zu haben) wirkt auf mich ich die Tatsache, dass ein HDMI-Kabel nicht mitgeliefert wird enttäuschend. Auf die paar Cent wäre es wohl kaum angekommen. Interessant finde ich, dass auf der Rückseite des Geräts „With Google“ auf einer Metallfläche eingraviert ist. Bislang war dies eigentlich Geräten mit „purem“ Android vorbehalten, LG legt aber, wie viele Hersteller, eine eigenen angepasst Benutzeroberfläche darüber. Das LG P990 Optimus Speed läuft unter Android 2.2. auch das ein kleiner Kritikpunk, denn längst gibt es sogar Einsteigermodelle unter Android 2.3.
Wir lernen uns kennen
Die voreingestellte Benutzeroberfläche erinnert mich mit dem Wetter-Widget ziemlich an HTC Sense, insgesamt wirkt das Benutzerinterface aber aufgeräumt und sorgfältig designt. Lobenswert sind der vorinstallierte Virenscanner von F-Secure sowie der App Advisor. Ich persönlich schätze auch die Tatsache, dass nicht so viele seltsame Apps (Shazam und Konsorten) vorinstalliert sind. Die wichtigsten Sachen sind da (Facebook, Twitter, Polaris Office), und über die Spiegel (wie „Spieglein an der Wand“, nicht wie das Nachrichtenmagazin!) habe ich mich richtig gefreut. Nur die Myspace-App wunderte mich ein bisschen – ist da noch wer?
Multimedia
Die Kamera, obwohl mit 8 Megapixeln Auflösung nominell recht hochwertig, wurde schon in vielen Reviews recht kritisch bewertet, mich hat sie auch nicht vom Hocker gehauen. Generell darf man allerdings von den Winz-Optiken, die aus Platzgründen in Smartphones verbaut werden, keine Wunder erwarten – Auflösung ist nicht alles. Musikplayer, Radio und Sprachmemo sind ziemlich Standard, die Videokamera ermöglicht Full HD.
Fazit
Würde ich mich mit dem LG P990 Optimus Speed anfreunden können (es handelte sich um ein Leihgerät)? Natürlich. Als Android-Nutzer findet man sich schnell zurecht, und selbst wer noch kein Smartphone hatte, dürfte wenig Schwierigkeiten haben. Mir ist es eine Spur zu groß, aber das ist vielleicht Gewohnheitssache, mein eigener Droide wiegt kaum mehr als 100 Gramm, das sind rund 40% weniger. Der Bildschirm reagiert exakt und flüssig, manchmal allerdings scheint sich das Gerät ein bisschen zu „verschlucken“ – bei Fotos dauert es zum Teil, bis sie in Vollauflösung angezeigt werden. Beim Spielen (Angry Birds Seasons, was sonst?) wurde das LG P990 Optimus Speed relativ schnell wärmer. Zum gerade aktuellen Straßenpreis (ab ca. 340 Euro) bietet es einen in meinen Augen sehr reellen Gegenwert für den Normalnutzer. Wer unbedingt ein „höher, schneller, meins ist größer“-Smartphone braucht, wird sich wahrscheinlich eher auf das Samsung Samsung Galaxy S2 i9100 oder das HTC Sensation verlegen – und dafür ein paar hundert Euro mehr zahlen.
