Hands-on Tru Virtu Wallet: Ein Geldbeutel wie ein Liegefahrrad

Üblicherweise ist ein Geldbeutel aus Leder oder Textilmaterial. Die Tru Virtu Wallet schert das nicht: Sie hat eine stabile Haut aus buntem Alu. Das ist ungewöhnlich, birgt aber eine ganze Reihe von Vorteilen – und auch einiges, woran man sich gewöhnen muss.

Liegeräder sind wie Fahrräder – selbes Prinzip, nur anders. So könnte man auch die Virtu Tru Wallet charakterisieren: Es handelt sich natürlich um einen Geldbeutel, und die Wallet bietet auch alle Funktionen, die ein solcher mitbringen muss: Platz für Karten, Kleingeld und Scheine sowie ein paar Zettel und anderen Kleinkram, übersichtlich verpackt. Statt Zahlungsmittel und Ausweise in einer flexiblen Hülle aus Leder und Textil zu verpacken, setzt die Tru Virtu Wallet allerdings auf eine stabile Hülle aus Kunststoff und anodisiertem Alu in inzwischen zehn schicken Farben – eine Art Mini-Rimowa für Wertsachen. Form und Größe lassen sich mit einem Klapphandy vergleichen.

Wir lernen uns kennen

Als ich das Modell „Blue Ocean“ auspacke, bin ich fasziniert: Die Alu-Oberfläche leuchtet warm und fühlt sich gut an. Das Logo ist etwas erhaben aufgebracht und wirkt sehr edel. Zwei Tasten an der Vorderseite, beschriftete mit „Cash“ und „Cards“ geben jeweils den Blick auf eine Hälfte der „Inneneinrichtung“ frei: Für das Bargeld gibt es oben eine Metallklammer für Scheine sowie einen schmalen Schlitz, in dem man die Münzen unterbringt. Zum Bezahlen neigt man die Wallet ein bisschen – und schon rutschen sie übersichtlich in den leicht geschwungenen Deckel. Zumindest im Prinzip. Für Kleingeld-Fetischisten ist die Tru Virtu Wallet nämlich eher nicht gemacht. Rund sechs größere Euro-Münzen passen in den Schlitz, fügt man noch ein bisschen Kupfergeld hinzu, verkeilt sich die Angelegenheit unter Umständen und erfordert ein paar beherzte Schläge (vorzugsweise bei geschlossener Börse!), damit die Blockade beendet werden kann. Meinen Mann, der sein Kleingeld ohnehin in der Hosentasche trägt, hat das überhaupt nicht bekümmert, mich, die immer einen ganze Klingelbeutel mit sich herumschleppt, allerdings schon. Dafür fand ich die begrenzte Kapazität des Geldscheinhalters nicht besonders dramatisch, mehr als 20 Euro habe ich selten im Geldbeutel. Christian, der begeisterte Barzahler, bemängelte allerdings, dass sich mehr als 2, 3 größere Scheine kaum unterbringen lassen.

Die Card-Seite bietet im Halter Platz für bis zu sechs Bank- und Kreditkarten, auch der EU-Führerschein und der neue Personalausweis sind hier durch die Metallhülle vor Entmagnetisierung sicher. Unterlagen mit RFID-Chip (neuer Personalausweis! Firmen-Zugangskarten!) werden durch die Alu-Haut wiederum nach Herstellerangaben am „Herumfunken“ gehindert, so dass diese nicht unberechtigt ausgelesen werden können, selbst wenn man die Tru Virtu Wallet direkt auf ein Lesegerät legen sollte. Im Deckelfach kann man noch ein paar kleine Unterlagen unterbringen, die nicht Kreditkartengröße aufweisen, etwa eine ÖPNV-Monatsmarke.

Und, wie klappts?

Als „Geldbeutel-in der-Handtasche-Haber störten mich die rund 25 mm Höhe an der dicksten Stelle nicht. Wer das Teil in die Hosentasche stecken will, ist allerdings chancenlos (Männer?). Brust- oder Jacket-Tasche klappt vielleicht noch, aber zu dünn sollte der Stoff da auch nicht sein, sonst beult sie aus. Eigentlich schade, dass man die Tru Virtu Wallet deshalb so schlecht am Körper tragen kann, dank ihrer Stabilität (Mini-Rimowa….) wäre sie dafür prädestiniert. In meiner Handtasche widerstand sie den Kuschelversuchen des Haustürschlüssels aber auch ziemlich tapfer. Einzig fallenlassen sollte man sie nicht – das hinterlässt die vom Handy sattsam bekannten Beulen an den Ecken. Beim Bezahlen wird man gelegentlich etwas verwundert angeschaut, vor allem, wenn man sich erst daran gewöhnen muss, den manchmal etwas stramm sitzenden Kartenknopf richtig zu drücken. Dann aber erweist sich die Tru Virtu Wallet als nützlicher und formschöner Begleiter.

Fazit

Idee und Design sowie die wunderschönen Farben gefallen mir sehr, ebenso die Tatsache, dass man RFIDs abschirmen kann, ohne dabei wie ein Spinner mit Alufolie an den Fenstern zu wirken. Kartenzahler, die nur ein paar Parkmünzen mit sich rumtragen, sind mit der Tru Virtu Wallet sicher besser bedient als Bargeld-Fetischisten, und wer wie ich in der Brieftasche auch gleich noch SIMs, USB-Sticks, Kuli, Block, Visitenkarten und den Lieblingsstein unterbringt, hat auch ein Problem.

Die Tru Virtu Wallet ist für sehr organisierte Menschen gedacht und bietet diesen einen sehr organisierten, stabilen Geldbeutel mit einer angenehmen Oberfläche und ungewöhnlicher Form – Nachfragen garantiert! Ca. 35 Euro, über Dolphin Innovations.