Hands-on Edifier Tick-Tock: Guten Morgen, Gemeinde!

In dem Retro-Gehäuse des Tick-Tock-Radioweckers von Edifier verbirgt sich zusätzlich ein modernes Dock mit Leser für SD-Karte und USB-Stick sowie AUX-Eingang. Versüßt das Gerät wirklich den Morgen, oder fängt die Woche so schon schlecht an?

Radio-Wecker sehen meistens nicht sehr aufregend auf – die Modellreihe Tick Tock von Edifier ist da eine wohltuende Ausnahme: Ein bisschen erinnern die zwei „Ohren“ an die Klingeln altertümlicher Analogwecker. Der ringförmige Lautsprecher umhüllt ein in warmem Blau glühendes Display, das Gerät ist angenehm kompakt. Bis auf einen Fünf-Wege-Schalter für Sendersuchlauf bzw. Tracksteuerung und Lautstärke sind alle Bedienelemente auf der Rückseite angebracht: Ein Kippschalter für die Menüauswahl bzw. den Eingang der Audioquellen sowie vier kleine Knöpfe zum Einstellen von Zeit und Alarm. Außerdem gibt es in der getesteten Version einen SD-Kartenschacht, AUX-Eingang sowie eine USB-Schnittstelle, weiterer Variante des Tick Tock bieten auch Bluetooth-Unterstützung sowie ein iPhone/iPod-Dock.

Wir lernen uns kennen

Auspacken, einstecken, Zeit einstellen – mit Hilfe des schmalen Benutzerhandbuchs gelingt das ohne größere Schwierigkeiten. Als ein bisschen knifflig erweist es sich lediglich, die kleinen Knöpfchen auf der Rückseite zu treffen, denn man sieht ja von vorne nicht, wo man hintippt. Auch das Radio lässt sich ganz einfach anwerfen: Per Default ist es vorgewählt und kann mit einem Druck auf den Fünft-Wege-Knopf oben angeschaltet werden. Der automatische Sendersuchlauf über die „Func“-Taste förderte allerdings in München-Stadtmitte gerade mal zwei halbwegs funktionsfähige Sender zutage, die restlichen 22 Senderplätze bleiben unbesetzt. Auch die durchaus mögliche manuelle Sendersuche war nicht viel erfolgreicher. Das liegt zwar sicher auch am Standort – da das Gerät aber über keine Zimmer- oder Wurfantenne verfügt, dürfte der UKW-Empfang aber generell nicht so umwerfend sein. Leider gibt es auch keinen Anschluss für ein Antennenkabel.

Von Tag zu Tag

Nun ja, alternativ hat man ja noch andere Audioquellen, beispielsweise SD-Karte oder USB-Stick mit MP3- oder WMA. ACC-Daten werden jedoch auch ungeschützt nicht unterstützt. Beide Speichermedien erkennt das System problemlos, sie lassen sich über Input auswählen und sind hot-plug- (und auch unplug-) fähig. Medien müssen FAT-formatiert sein, Mac-Formate werden nicht erkannt. Auf der SD-Karte störten ein paar weiter Folder mit Bildern nicht, das Gerät suchte sich die Musik-Ordner selbst und sprang auch in weitere Ordner. Trotzdem ist es zur besseren Übersicht sinnvoll, die Musikstücke auf der oberste Ebenen zu legen und, etwa durch die Vergabe von Nummern zu ordnen: Der Tick Tock zeigt keine Musiktitel an und unterstützt keine Playlists. Man kann also nur linear zum jeweils nächsten oder letzten Track springen. Wenn man über den AUX- Eingang ein Smartphone oder einen MP3-Player anschließt, erfolgt die Steuerung der Tracks natürlich über das externe Gerät, nur die Lautstärke lässt sich auf dem Tick Tock regulieren. Mit meinem HTC Wildfire S unter Android funktionierte das übrigens tadellos.

Ein Radiowecker erfüllt seinen Zweck natürlich nicht ohne Alarm – ganze fünf kann man auf dem Edifier Tock Tock einstellen, jeweils wahlweise für die ganze Wochen, wochentags oder das Wochenende – die meisten handelsüblichen Radiowecker bieten nur zwei. Allerdings fand ich keine Snooze-Funktion, so dass sich Morgenmuffel vorsichtshalber vielleicht gleich zwei Alarme einrichten sollten. Für alle, die gerne mit Musik einschlafen, ist übrigens gesorgt: der Sleep-Timer lässt sich von 15 bis 90 Minuten einstellen. Die Alarm-Funktion hat mir allerdings wirklich ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet: Es gibt nämlich keinen Klingelton. Man kann sich nur vom UKW-Radio, oder so am Gerät installiert, von einem Track auf der SD-Karte oder dem USB-Stick wecken lassen. Auch der AUX-Eingang steht nicht zum Wecken zur Verfügung

Fazit

Der Tick Tock von Efifier ist ein sehr formschöner Radiowecker, und die gestestete Version mit knapp 50 Euro Listenpreis auch nicht so teuer. Allerdings muss man schon deutliche Abstriche machen: Weder Track- noch Sendername werden angezeigt, es gibt keinen Weckton, außer man installiert sich einen „durch die Hintertür“ indem man ihn auf dem USB-Stick oder der SD-Karte als MP3 hinterlegt. Am meisten vermisse ich jedoch die Möglichkeit, mit einem Akku oder einer Batterie für Stromausfälle vorzusorgen. Zwar scheint ein interner Kondensator kürzere Ausfälle zu überbrücken und dabei die Einstellungen zu speichern, ohne Strom wird man aber nicht geweckt – und kommt wahrscheinlich zu spät.