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MWC Round-up, Teil 2

Der Mobile World Congress läuft in Barcelona noch bis zum ersten März, aber die für Endkonsumenten wichtigen Neuheiten sind inzwischen bekannt: Tech-Sonar legt nach und fasst noch ein paar „Nachzügler“ zusammen. (Wer´s nicht mitbekommen hat: In unseren MWC Round-up Teil 1 finden sich schon viele Geräte von der Hersteller-Vorschau am Sonntag).

HTC scheint sich die Irritation zu Herzen genommen zu haben, die die Vielzahl von Modellen im Jahre 2011 bei den Kunden ausgelöst hat: Kaum hatte man das Smartphone ausgepackt, kam schon wieder ein neues, noch besseres Gerät auf den Markt. Nun scheint man eher zum anderen Extrem zu neigen und klösterlich-applehafte Strenge anzupeilen: Die neue „One-Familie“ aus ICS-Androiden zählt ganze drei Mitglieder. Alle haben über Android Ice Cream Sandwich die HTC-eigene Sense 4.0-Oberfläche installiert. Diese bringt eine Reihe von Neuheiten wie Bildbearbeitung, bessere Audio-Funktionen sowie tief integrierten Dropbox-Cloudspeicher mit. 25 GB sollen dort dem Nutzer kostenlos für zwei Jahre online zur Verfügung stehen. Die One-Serie kommt mit eigener Sync-Software für PCs, die beim Anschluß an den Computer automatisch installiert wird und den Transfer von Songs, Alben und Playlisten aus der Musikbibliothek vereinfachen soll. Mit einem optionalen „Car Stereo Clip“ sollen sich Musik oder Streaming-Dienste zudem direkt vom Smartphone auf den Autoradio übertragen lassen.

Das Spitzenmodell der One-Reihe ist das „X“ (mitte), ein Unibody-Gerät aus Polykarbonat. Es arbeitet mit einem Nvidia Tegra 3 Mobilprozessor mit 1,5 Ghz-Quad Core mit einem integrierten fünften Kern, der bei geringer CPU-Auslastung als einziger arbeitet und so den Akku schonen soll. Der 4.7-Zoll-Super-LCD-Bildschirm bietet 720 p-Auflösung und wird von Gorilla-Glas geschützt. Das Gerät soll knapp 600 Euro kosten.

Das One S (links) soll Menschen ansprechen, die ein Highend-Smartphone in einer kompakteren Größe bevorzugen. Hier kommt ein Qualcomm Snapdragon S4-Prozessor mit bis zu 1,5 GHz Dual-Core CPUs zum Einsatz. Das Metallgehäuse mit ultra-matter Oberfläche und nur 7,9 mm Höhe macht es nach Herstellerangaben zum schmalste HTC-Smartphone aller Zeiten. Der Preis soll bei knapp 500 Euro liegen. Im Einsteiger-Bereich ist das One V (rechts) mit einem Listenpreis von knapp 300 Euro angesiedelt. Das Unibody-Alugehäuse nimmt das Design des HTC Legend mit dem markanten Knick wieder auf.

Auch Nokia stellte in Barcelona ein Einsteiger-Modell vor, allerdings nicht unter Android, sondern natürlich unter Windows Phone 7. Das Lumina 610 (rechts) richtet sich vor allem an jüngere Nutzer, es soll schnellen Zugang zu sozialen Netzwerken, mobiles Internet, Musik, Spielen, Navigation und Apps ermöglichen und in vier Farben angeboten werden. Erwartet wird es für das 2. Quartal 2012 zum Listenpreis von ca. 260 Euro. Dann soll auch das im Januar als das erstes LTE-fähige Nokia Smartphone vorgestellte Lumia 900 nach Deutschland kommen, es bringt ein 4,3-Zoll-AMOLED mit und soll ca. 580 Euro kosten. Ein kleine Sensation in Barcelona löste das Modell 808 PureView (unten links) aus – es hat nämlich eine 41(!) Megapixel-Kamera an Bord und kommt mit hochwertiger Carl Zeiss-Optik. Das ist zwar nicht ganz so exorbitant, wie man auf den ersten Blick meinen möchte, aber immer noch ziemlich eindrücklich. Behauptet zumindest Cnet. Kosten jedenfalls soll das Super-Foto-Smartphone knapp 630 Euro (und damit locker so viel wie ein mittleres Smartphone plus ziemlich ordentlicher Kompaktkamera …)

Obwohl Nokia seinen Spitzenmodelle nun also der Windows-Plattform widmet, geben die Finnen auch Symbian noch nicht auf: Die vor allem für Einsteiger- und Schwellenmärkte konziperte Asha-Reihe wurde um die Modelle 302, 203 und 202 erweitert. Letzteres Modell soll mit einem Dual-SIM-System ausgestattet sein, das den Austausch der Karten im laufenden Betrieb ermöglicht. Anders als das 302 (knapp 130 €) und das 203 (knapp 80 €) wurde jedoch kein Preis für Deutschland angegeben, was den Verdacht nahelegt, dass auch dieses Dual-SIM-Modell von Nokia nicht für den hiesigen Markt bestimmt ist.

Einen weiteren „Showstopper“ in Barcelona hat Asus mit dem Pad Phone geliefert. Ein Smartphone mit Qualcomm Snapdragon S4 und 4,7-Zoll-Bildschirm ist Herzstück eines Android-ICS-Kombisystems aus Telefon, Tablet und Tastatur. Das erinnert zwar recht deutlich an das (2011 nicht eben rasend erfolgreiche) Atrix/Lapdock-Konzept von Motorola, hat aber trotzdem Charme: Man spart sich dadurch beispielsweise eine zweite teure SIM-Karte für Laptop oder Tablet. Das es für so ein „NERDIGES“ Gerät noch ein spezielles „Inspector Gadget“-Zubehör gibt, ist schon fast klar: der optionale Bluetooth-Stift verwandet sich bei Anruf in ein Headset.

Auch Sony (vormals Sony Ericsson) durfte beim MWC nicht fehlen: Die Xperia-Modelle P und U laufen allerdings noch auf Android 2.3 Gingerbread, und sind damit unter den vorgestellten Geräten eine Minderheit. Ein Update auf ICS ist für Q2 in Aussicht gestellt. Beim Xperia P ist aber ohne hin vor allem die „White Magic“ Technologie des Bildschirms interessant: Sie soll selbst bei sehr starker Sonneneinstrahlung klare, scharfe Bilder sicherstellen. Mit 4-Zoll-Bildschirm und Voll-Alu-Body, 1 Ghz-Dual-Core-Prozessor sowie 8 Megapixel-Kamera erscheint der Preis von knapp 450 Euro günstig, allerdings ist mit den Geräte erst im zweiten Quartal zu rechnen. Dieser Erscheinungstermin soll auch für den 3,5-Zoll-Winzling Xperia U gelten, das neben 1 Ghz-Dual-Core-Prozessor auch 3D Surround-Sound mitbringt und knapp 260 Euro kosten soll.